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Kamp-Lintfort
Stadt kündigt im August die Mietverträge

Kamp-Lintfort: Stadt kündigt im August die Mietverträge
Die Grafschafter Diakonie wird Ende Juli in den Gebäuden Markgrafenstraße 19 sowie Wilhelmstraße 28 zwei Beratungsbüros eröffnen - als Anlaufstelle für die Mieter der "Bunten Riesen". Sie erhalten im August die Kündigungen. FOTO: Archiv
Kamp-Lintfort. Die Mieter der Bunten Riesen an Wilhelm- und Markgrafenstraße erhalten im August die Kündigungen. Die Stadt hat einen Sozialplan erarbeitet. Beratungsbüros öffnen. In der kommenden Woche findet eine Mieter-Versammlung statt. Von Anja Katzke

Die Grafschafter Diakonie wird Ende Juli in den Gebäuden Markgrafenstraße 19 sowie Wilhelmstraße 28 zwei Beratungsbüros eröffnen - als Anlaufstelle für die Mieter der "Bunten Riesen", die im August die Kündigungen erhalten werden. "Die Mitarbeiter helfen den Bewohnern dabei, neue Wohnungen zu finden, sind Ansprechpartner für alle Fragen und vermitteln Kontakte zu Sozialamt und Jobcenter", erläuterte Sozialdezernent Dr. Christoph Müllmann. "Die Mieter erhalten dort alle Informationen aus einer Hand." Die Stadt setzt auf ein bewährtes Konzept: Ein solcher Sozialplan wurde schon 2009 für die Bewohner der drei "Weißen Riesen" erarbeitet. Für die Mieter der "Bunten Riesen" veranstaltet die Stadt Kamp-Lintfort als Eigentümerin der Hochhäuser am Donnerstag, 30. Juli, eine Mieter-Versammlung.

Die Stadt will die Hochhäuser an der Wilhelm- und Markgrafenstraße abreißen lassen. Im März hatte die Verwaltung die Gebäude für 4,1 Millionen Euro vor dem Amtsgericht in Rheinberg ersteigert. Ziel ist es, das Rathausquartier in fünf bis zehn Jahren umzugestalten. An Stelle der heutigen "Bunten Riesen" sollen etwa 100 bis 150 Wohneinheiten mit begrünten Innenhöfen neu entwickelt werden - wobei das Terrassenhaus, das direkt an den großen Platz vorm Rathaus grenzt, erhalten bleibt. Die neue Wohnanlage soll sich dem Bild der Pauenschen Siedlung anpassen. Mitte Juni erhielt die Stadt eine Förderzusage des Landes für Erwerb und Rückbau der ehemaligen Nau-Bauten und für die Umgestaltung des Rathausquartiers in Höhe von rund 8,2 Millionen Euro. Eine erste Informationsveranstaltung für die Mieter fand im März statt, knapp zwei Wochen, nachdem die Stadt die Häuser ersteigert hatte.

Damals nahmen 100 Mieter - viele betagt, behindert, arbeitslos - die Gelegenheit wahr, sich zu informieren. Die Stimmung war nicht gut. "Wir haben schon damals gesagt, dass wir niemanden vor die Türe setzen werden", betont Müllmann. Die Kündigungsfristen richten sich nach der jeweiligen Wohndauer der Mieter. Sie liegen zwischen drei, sechs und neun Monaten. "Die Kündigungszeit kann also längstens bis Ende Mai 2016 dauern."

Die Kündigung sei ein formaler Akt. Oberstes Ziel des Sozialplans sei es, den Mietern Ersatzwohnraum anbieten zu können. Dabei werde berücksichtigt, wohin die Menschen ziehen wollen. Dass der Wohnungsmarkt in Kamp-Lintfort nur wenig hergibt, sieht Christoph Müllmann so nicht: "Es hängt davon ab, was gefragt ist. Bei Wohnungen mittlerer Größe gibt es gute Möglichkeiten. Schwieriger wird es sein, kleinere Wohnungen zu finden", sagt der Sozialdezernent.

Aktuell wohnen noch 145 Personen in den Bunten Riesen. "15 Parteien sind bereits ausgezogen", berichtet Christoph Müllmann. Einige der Wohnungen seien noch von Unternehmen für ihre Beschäftigten angemietet. Die leerstehenden Wohnungen nutzt die Stadt zurzeit für die Unterbringung von Flüchtlingen. "Das gibt uns in der aktuellen Situation einen Puffer, der allerdings zeitlich begrenzt ist", erklärt der Dezernent.

Quelle: RP
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