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Kamp-Lintfort
Wehleidiger Patient sorgt für Amüsement

Kamp-Lintfort: Wehleidiger Patient sorgt für Amüsement
Die Cremepackung ist nur fürs Gesicht der Gattin (Uschi Brücker) gedacht. Patient Amadeus Fischer (Klaus Nerger) muss in der Klinik darben. FOTO: Arnulf Stoffel
Kamp-Lintfort. Von den Diät-Qualen eines reichen Mannes handelt das Stück "Ein Joghurt für zwei", das die Bühne 69 in der Kamp-Lintforter Stadthalle aufführte. Die Komödie ist nun noch zwei Mal zu sehen. Von Jutta Langhoff

Immobilienhai Amadeus Fischer ist verzweifelt. Schon seit einer Woche befindet er sich in einer teuren Diätklinik und hat seither nichts anderes als drei Gläser Zitronenwasser täglich bekommen. Nun soll es am Abend zum ersten Mal etwas Üppigeres zu Essen geben, einen fettarmen Ziegenmilch-Joghurt und einen kleinen, trockenen Haferkeks. Fischer läuft am Morgen schon das Wasser im Mund zusammen, doch dann kommt alles anders.

Wie anders, das erlebten die Zuschauer am Freitag in der nahezu komplett ausverkauften Kamp-Lintforter Stadthalle. Unter dem Titel "Ein Joghurt für zwei" spielte dort die örtliche "Bühne 69" eine deutsche Version der erstmals 1973 in England uraufgeführten Komödie "The Starving Rich" des 1931 in London geborenen Journalisten und Bühnenautors Stanley Price.

"Herzlich willkommen in unserer Diätklinik. Wenn es Ihnen recht ist, gehe ich gleich erst einmal durch die Reihen und nehme von Ihnen allen eine Blutprobe", eröffnete Regisseurin Birgit Wollenberg als Schwester Birgit das anschließende, gut zweistündige Lachspektakel, in dem Klaus Nerger - köstlich wehleidig und mit einem prächtigen Kissenbauch versehenen - den unfreiwilligen Hungerleider Amadeus Fischer verkörperte.

Der konnte zwar vor lauter Kalorienentzug kaum noch stehen, was ihn aber nicht daran hinderte, sowohl die in der Klinik tätige Diätschwester Lucy (Kristina Frey) als auch seine Ärztin Dr. Schmalkopf (Sabine Frey) massiv anzubaggern. Das wiederum fand Fischers mitgereiste, aber in einem separaten Zimmer untergebrachte Ehefrau Rosemarie (Uschi Brücker) verständlicherweise alles andere als amüsant. Doch auch die beiden medizinischen Damen waren anfangs eher abweisend. "Ihre Schwungmasse ist noch viel zu groß", befand die attraktive Diätschwester und klopfte Amadeus auf sein prächtiges Essgeschwür, nachdem er es zuvor ein paarmal verführerisch vor ihr hatte kreisen lassen. Ganz abgeneigt war sie allerdings nicht, und auch Doktor Schmalkopf genoss sichtlich die ihr von ihm gemachten Avancen.

Gute Startchancen für den geschwächten, aber dennoch unermüdlich flirtenden Schwerenöter, wenn da nicht plötzlich eine freche, junge Bankräuberin namens Maxima Kaminski (Katja Kapluck) durch sein Zimmerfenster eingestiegen wäre, um sich bei ihm zu verstecken. Eine nicht nur für seine amourösen Ambitionen schreckliche Situation, denn Maxima ist nach ihrer Flucht sehr hungrig und frisst ihm skrupellos seinen Ziegenjoghurt und die trockenen Haferplätzchen weg. "Mein Magen knurrt nicht nur, er bellt schon", jammert Amadeus Fischer und lässt sich in seiner Not von ihr zu diversen Küchendiebstählen anstiften, die natürlich nicht unentdeckt bleiben und schließlich Kommissarin Berger (Hatice Köse-Barut) auf den Plan rufen. Maximas anschließende Fluchtpläne bringen am Ende sowohl Amadeus Fischer, seine Frau Rosemarie als auch Schwester Lucy in eine schwierige Situation, deren Ende hier noch nicht verraten werden soll.

Die Kamp-Lintforter "Bühne 69" zeigt ihre neue Komödie "Joghurt für zwei" noch zweimal, am Freitag den 20. Oktober und am Samstag, den 21. Oktober um jeweils 20 Uhr in der Kamp-Lintforter Stadthalle. Eines darf allerdings schon jetzt vorausgesagt werden. Es wird für die Besucher an beiden Abenden ein amüsantes Theatererlebnis werden. Zum Schluss noch ein besonderes Anliegen der sympathischen Kamp-Lintforter Laienspieltruppe. Es werden dringend noch junge und jung gebliebene männliche Darsteller gesucht. Interessenten können sich unter ensemble@buehne69.de melden.

Quelle: RP
 
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