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Kamp-Lintfort
Zeltstadt für Flüchtlinge anderer Städte?

Kamp-Lintfort. Wird die leerstehende Landesnotunterkunft nun anderen Kommunen zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt? Sozialdezernent Müllmann bestätigte erste Anfragen. Die Stadt nimmt eine ablehnende Haltung ein. Von Anja Katzke

Das Land wird die weiße Zeltstadt am Kamp-Lintforter Bendsteg nicht als Landeseinrichtung für Flüchtlinge nutzen. Es gibt zurzeit auf Behördenebene aber offenbar die Überlegung, die bislang ungenutzten Leichtbauhallen Kommunen für die Flüchtlingsaufnahme zur Verfügung zu stellen, deren Aufnahmekapazität an ihre Grenzen gekommen ist. Sozialdezernent Christoph Müllmann bestätigte auf RP-Anfrage, dass es in dieser Sache bereits erste telefonische Kontakte und Anfragen vonseiten der Düsseldorfer Bezirksregierung und einer betroffenen Kommune gab.

"Das ginge aber nur mit unserer Zustimmung", betonte Müllmann, nahm gestern aber eine ablehnende Haltung ein: "Aus städtischer Sicht können wir uns keine Situation vorstellen, in der dies für Kamp-Lintfort eine Option sein könnte", erklärte der Sozialdezernent und verwies auf die ungeklärte Konstellation, dass in dem Fall auf Kamp-Lintforter Stadtgebiet Flüchtlinge untergebracht seien, für die eine andere Stadt zuständig sei. Christoph Müllmann machte außerdem deutlich, dass in dieser Frage der Stadtrat involviert werden müsse. Wie Müllmann sagt, habe es eine mündliche Kontaktaufnahme der Stadt Düsseldorf gegeben. "Es ist uns ein schriftlicher Kontakt angekündigt."

Düsseldorf gehört zu den betroffenen Städten, deren Aufnahmekapazität an die Grenze gestoßen ist. Michael Bergmann, Sprecher der Stadt, teilte auf Anfrage unsere Zeitung mit, dass es Gespräche mit verschiedenen Städten gebe, um gegen die Übernahme der Kosten die dort vorhandenen Räume zu nutzen. "Es gibt aber noch keine Entscheidung", so Bergmann. Durch den Großbrand in der Unterkunft in der Messe-Halle war der Stadt ein Teil ihrer Unterbringungsmöglichkeiten verloren gegangen. Für die Stadt Kamp-Lintfort ist es keine Option, selbst die Leichtbauhallen auf dem ehemaligen Zechenplatz als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Es steht aktuell die Erweiterung des bereits bestehenden Flüchtlingswohnheims an der Friedrichstraße um weitere Mobilcontainer an. Sozialdezernent Christoph Müllmann geht davon aus, dass sie im Herbst fertig werden. Außerdem steht die Stadt im Gespräch mit der RAG. Hier gehe es um die Anmietung der Räumlichkeiten der ehemaligen Ausbildung auf dem Bergwerk West für die Betreuung von Flüchtlingen.

In Kamp-Lintfort leben zurzeit 650 Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet waren. Solange die Zeltstadt am Bendsteg als Landeseinrichtung gedacht war, also seit Anfang des Jahres, hatte Kamp-Lintfort keine neuen Zuweisungen erhalten.

Quelle: RP
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