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Stadt Kempen
Am Kuhtor wird gestartet und gespurtet

Stadt Kempen. 429 Sportler nahmen gestern am 57. Radrennen rund um die Kempener Burg teil. Nicht nur die Radfahrer kamen auf ihre Kosten, auch dem Publikum wurde Einiges geboten. Von Willi Schöfer

Natürlich ärgerte sich so mancher Leistungssportler, als der erwartete Platz auf dem Siegerpodest ausblieb. Trotzdem war das 57. Radrennen rund um die Kempener Burg ein Erfolg. "Besser als erwartet", sagte am Nachmittag der sportliche Leiter des RSC Kempen, Uli Deden. Er hatte annähernd 400 Akteure erwartet. Am Ende der insgesamt sieben Rennen waren es 429.

Am Kuhtor kam alles zusammen. Dort wurde gestartet und gespurtet, gegessen und getrunken oder ließ sich unterhalten. Und beinahe hätte es auch einen "Schwarzfahrer" gegeben: Als die Senioren bei ihrem 25-Runden-Rennen in der Burg-Kurve fuhren, wollte ein älterer Herr in falscher Richtung am Kuhtor auf den Ring. Im letzten Moment holten ihn die Posten von der Strecke.

In richtiger Richtung unterwegs waren etwa 30 Vertreter der Radsportgemeinschaft "Ciclisti Kempen". Gemeinsam mit ihrem Sprecher Peter Geerkens fuhren sie in ihren grün-weißen Trikots eine Gedächtnisrunde für den vor Monaten im Alter von 61 Jahren gestorbenen Gründer Peter Falk. Wenig später machten die Ciclisti-Sportler Nout Colemont, Jochen Dietrich und Reinhold Kleebaum beim Hobbyrennen über die 37,8 Kilometer mit.

"Ich werde alles geben und hoffe auf einen Erfolg", sagte kurz vor dem Start des Kinderrennens der elfjährige Luca Tekaat von "Staubwolke" Fischeln. Als einen seiner größten Konkurrenten schätzte er seinen Vereinskameraden Vincent Banka ein. Die Plätze eins bis drei belegten dann auch zwei junge Staubwolke-Fahrer. Erwartet kam Luca auf den ersten, allerdings Robin Sengstock auf den dritten Platz.

Das Fette-Reifen-Rennen wurde in zwei Abteilungen gewertet, einmal für die Jahrgänge 2003 bis 2006 und für 2007 und 2008. Und der siebenjährige Kevin Ahlberg von der Klasse 2b der Astrid-Lindgren-Grundschule in Kempen hatte sich vorgenommen: "Unter die ersten Zehn will ich kommen." Kevin wurde beim jüngeren Jahrgang Vierter, diesen gewann der Mönchengladbacher Philipp Giesen.

In der Kempener Altstadt machte die Samba-Gruppe "Grupo Samba Percusion" auf sich und das Event aufmerksam, am Kuhtor unterhielt zwischendurch die von Michael Türk geleitete Kempener Big Band.

Die Sorge von Organisatorin Anne Claaßen, der Helferstab würde nicht reichen, war unbegründet. Etwa hundert Helfer packten an allen Ecken mit an. Anne Claaßen konnte es sich dann auch erlauben, für eine kurze Zeit mal weg zu sein. Beziehungsweise selbst im Rennsattel zu sitzen: Traditionell fuhr sie auch bei dieser Tour rund um die Burg eine Ehrenrunde, nahm dabei in weißen Hemden und rot-weißen Narrenkappen vier Mitglieder der Kempener Prinzengarde mit, neben dem Kommandeur Ralph Frahm waren dies Hans-Peter van der Bloemen, Achim Martens und Christian Drabben.

Gerade stand der 19-jährige Jonas Härtig vom VfR Büttgen am Prämienstand von Hans-Jürgen Mertens. Jonas hatte ganz knapp und erst auf den letzten Metern das U-19-Rennen über die 22 Runden (46,2 Kilometer) für sich entschieden, hauchdünn vor Leon Echtermann und Dion van Nierop. Neben dem Pokal gab es für Jonas, der kürzlich auch bei der "Tour de Neuss" erfolgreich war, 30 Euro und einen 10-Euro-Gutschein eines Kempener Sportgeschäftes.

Wie schnell die Frauen auf den Rädern sind, zeigte sich beim Rennen über 22 Runden, bei dem parallel auch die U-19-Junioren teilnahmen. Die Durchschnitts-Geschwindigkeit betrug bei den Männern 44,03 km/h, bei den Frauen 43,6. Es siegte Melanie Hessling von Westfalen Dortmund.

Auch Darina Leuchtenberg, die als Sozialpädagogin in der Kempener Jugendfreizeiteinrichtung "Campus" arbeitet, hatte sich das Cicliste-Sporttrikot übergezogen. Diesmal fuhr sie aber nicht mit. Sie kümmerte sich mit ihrem Freund um die drei niederländischen Kinder Tom (5), Nanne (6) und Peter (7), die beim Kinderrennen auf ihren kleinen Rädern mitfuhren.

Es gab sogar mit Marc van Grinsven beim Seniorenrennen einen Sieger aus Kempen. Allerdings nicht aus der Thomasstadt. Der Verein des Niederländers heißt "TWC de Kempen", liegt in Valkenswaard. Dennoch waren die Kempener Veranstalter bei dem schnellen Radrennen ebenfalls wieder die Gewinner. "Klar sind wir beim nächsten Mal wieder dabei", dieser Satz kamen von vielen Sportlern schon automatisch über die Lippen.

Hinterher wurde noch etwas an den Ständen am Kuhtor geklönt, probierte man die leckere Erbsensuppe des Tönisvorster Metzgermeisters Markus Helbig oder den Kaffee, den Damen, so Nicole Grigat, für den Förderverein Hospiz Krefeld verkauften. Moderator an der Strecke war zum wiederholten Mal Boris Fastring. Und für die einwandfreie Zeiterfassung war erneut das niederländische Team von Rene Roemers verantwortlich. Am späteren Nachmittag startete dann die Elite.

Quelle: RP
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