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Stadt Kempen
Dezernent Klee: Schulsystem braucht Flexibilität

Stadt Kempen. In den kommenden Monaten wird die Stadt Kempen viele Flüchtlingskinder in den Schulen unterbringen müssen. Von Andreas Reiners

Es betrifft alle Kommunen landauf und landab. Und alle Städte und Gemeinden versuchen das Problem irgendwie in den Griff zu bekommen. Ein Patentrezept für die Unterbringung der vielen Flüchtlingskinder, die mit ihren Familien nach Deutschland kommen, in den Regelschulen scheint es nicht zu geben. Jede Kommune sucht da ihren eigenen Weg. Auch die Stadt Kempen stellt sich darauf ein, dass unter den wöchentlich etwa 30 Flüchtlingen, die der Stadt demnächst zugewiesen werden, viele Familien mit Kindern sein werden. Und für diese Kinder besteht Schulpflicht, das heißt: sie müssen an den Regelschulen unterrichtet werden. Das geschieht derzeit bereits - allerdings mehr recht als schlecht, weil die Voraussetzungen der Kinder für den Unterricht völlig unzureichend sind. Da gibt es vor allem die Sprachbarriere, die einen sinnvollen Unterricht für die Lehrer fast unmöglich macht. Zudem weiß niemand, wie bei älteren Kindern und Jugendlichen der Bildungsstand ist. "Beschulung von Seiteneinsteiger" nennen die Bürokraten die Maßgabe, die Kinder in den Unterricht an Grund- oder weiterführenden Schulen zu integrieren. Das Berufskolleg Rhein-Maas hat inzwischen drei so genannte Internationale Förderklassen am Standort St. Tönis eingerichtet (die RP berichtete), eine weitere solche Förderklasse gibt es seit Anfang November am Berufskolleg in Kempen selbst.

Alle Schulen fördern die Flüchtlingskinder bestmöglich. 46 Kinder aus asylsuchenden Familien sind es derzeit in Kempen, 19 werden an Grundschulen, 15 an weiterführenden Schulen und weitere neun am Berufskolleg unterrichtet. Teilweise unterstützen ehrenamtliche Helfer die Lehrer bei der Betreuung. Im Bedarfsfall stehen auch Dolmetscher zur Verfügung. Vorrangiges Ziel ist es, dass die Kinder Deutsch lernen.

Wie Schuldezernent Michael Klee am Dienstagabend im Kempener Schulausschuss erklärte, brauche das Schulsystem vor allem eins - Flexibilität. Klee schwebt vor, für die Flüchtlingskinder eine Art "Vorschule" einzurichten, in der die Kinder und Jugendlichen - aber auch ihre Eltern - zunächst Deutsch lernen und ein Basiswissen über das deutsche Schulsystem vermittelt bekommen. Je nach individueller Lernleistung sollten die Kinder dann möglichst schnell auf eine Regelschule wechseln, schlägt Klee vor. Ein Vorbild oder gar Erfahrungen mit einer solchen "Vorschule" gibt es nicht. Klee will die Idee NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann demnächst bei ihrem Besuch in Kempen erläutern. Die stellvertretende Ministerpräsidentin will am Donnerstag, 10. Dezember, die Gesamtschule in Kempen besuchen.

Quelle: RP
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