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Gemeinde Grefrath
Ein Leben für Gott

Gemeinde Grefrath: Ein Leben für Gott
Im schönen Klostergarten feierten die Schwestern Jubiläum. FOTO: wolfgang kaiser
Gemeinde Grefrath. Ein Ordensjubiläum ist ein besonderes Ereignis. Im Kloster Mülhausen feierten gleich elf Schwestern Unserer Lieben Frau die langjährige Zugehörigkeit zum Orden. Vier von ihnen schildern ihren Werdegang. Von Bianca Treffer

"Es ist mein Weg und ich würde ihn immer wieder gehen. Ich bin an meinem Platz", sagt Schwester Maria Hermela Büning voller Überzeugung. Dabei leuchten die Augen der 76-Jährigen, die jetzt ihr Goldenes Ordensjubiläum im Kloster Mülhausen gefeiert hat. Vor 50 Jahren trat sie im Provinzhaus der Schwestern Unserer Lieben Frau in Rheinbach in das Klosterleben ein. "Es gab schon als Kind Momente, in denen ich gemerkt habe, dass es mein Weg ist. Wir machten damals einen Klassenausflug zum Kloster Gerleve und ich habe einfach nur die Ohren gespitzt, weil ich alles im Kloster mitkriegen wollte", erzählt die gebürtige Velenerin, die heute im Empfang des Bonner Schwesternhauses tätig ist und die vielfältigen Begegnungen mit den Menschen genießt.

Auch Schwester Maria Raphaele Horlemann, die ihr Diamantenes Ordensjubiläum feierte, zog es schon früh in den Ordnen, aber ihr Vater erlaubte ihr es nicht vor ihrem 21. Lebensjahr. "Meine Mutter war kränklich, die Oma lebte mit im Haus und es gab meine kleineren Geschwister. Dazu kam, es war viel vom Krieg zerstört. Ich musste daheim mit anpacken", erzählt die 85-Jährige, die in Kervenheim groß wurde und heute im Haus Salus lebt, von früher. In Mülhausen legte sie die Profess ab, um danach im Kempener Kinderheim St. Annenhof zu arbeiten. "Weil wir so jung waren, brauchten wir damals die Erlaubnis unserer Eltern", erinnern sich Schwester Maria Bonifaza Brimmers und Schwester Maria Corda Jansen-Rademaker, für die das Eiserne Ordensjubiläum anstand. Die 88- und die 86-Jährige besuchten das Internat der Schwestern in Mülhausen und erlebten den Aufbau der Schule nach dem Krieg mit. "Es war eine Zeit, in der jeder irgendwie mit anpackte", sagt Schwester Maria Corda.

Beide traten nach dem Abitur dem Orden bei und studierten danach für das Lehramt. Schwester Maria Bonifaza führte später die Mädchenrealschule in Ratingen und Schwester Maria Corda die Liebfrauenschule in Köln, wo sie heute noch Tür an Tür mit der Schule lebt, während Schwester Bonifaza im Haus Salus daheim ist. Wenn die vier Schwestern die heutige mit der damaligen Zeit vergleichen, dann müssen alle schmunzeln. "Wir hatten damals eine Blechschüssel zum Waschen und es gab ein Porzellansammelsurium auf den Tischen, wenn wir aßen", plaudert Schwester Maria Corda aus dem Nähkästchen. "Ich weiß noch, wie ein kleines Mädchen aus dem Garten angelaufen kam und meinte, es läge ein grüner Haufen im Garten", verrät Schwester Maria Hermela augenzwinkernd. Das beschriebene Objekt entpuppte sich als die zierliche Schwester Maria Bonifaza, die in ihrer grünen Gartenkleidung kniend bei der Arbeit in der Natur war. "Gartenarbeit war und ist meine Leidenschaft", sagt sie und quittiert die Bemerkung von Schwester Maria Corda, dass das Treibhaus ihre zweite Wohnung gewesen wäre, mit einem Lächeln. Der Schritt in den Orden bedeutete damals einen Schnitt mit der Familie. "Wenn wir gingen, war es ein endgültiger Schritt, der unseren Familien aber wahrscheinlich schwerer fiel als uns, die wir uns auf unser neues Leben freuten", bemerkt Schwester Maria Hermela. Anders als heute durften die Ordensschwestern ihre Familien nämlich nicht besuchen. "Als ich nach Rom ging, erhielt ich eine Ausnahmegenehmigung, meine schwer erkrankte Mutter zu besuchen", berichtet Schwester Maria Raphaele. Für diesem Besuch wurde zudem eine Begleitung gestellt. Viele Erinnerungen kamen anlässlich des Ordensjubiläums auf, das mit einer Eucharistiefeier, in der es zu einer Erneuerung des Gelübdes kam, gefeiert wurde.

Quelle: RP
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