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Stadt Kempen
Experten für Schulsanierung engagiert

Stadt Kempen. Der Kempener Bauausschuss hat ein Aachener Architektur- und Planungsbüro mit den Planungen für eine umfassende Sanierung der weiterführenden Schulen in Kempen beauftragt. Die Umsetzung wird Jahre dauern und viel Geld kosten. Von Andreas Reiners

Mit eigenen Kräften konnte die städtische Bauverwaltung das Vorhaben nicht stemmen. Bei der grundlegenden Sanierung der weiterführenden Schulen in Kempen ist das personell nicht allzu üppig besetzte Hochbauamt längst an seine Grenzen geraten. Daher war es eine logische Konsequenz, dass Bürgermeister Volker Rübo bei seiner Rede zur Einbringung des städtischen Haushaltsentwurfs für 2016 in der letzten Ratssitzung vor Weihnachten vergangenen Jahres angekündigte, dass die Stadtverwaltung bei dem schwierigen Thema Schulsanierung externen Sachverstand einholen will. Diese Ankündigung wird nun umgesetzt. Der zuständige Bauausschuss hat in nicht-öffentlicher Sitzung am Montagabend das Büro "pbs-Architekten" aus Aachen mit einer Bestandsanalyse und der Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs für die Sanierung der Gebäude der weiterführenden Schulen beauftragt. Bereits im öffentlichen Teil der Sitzung hatten die beiden Geschäftsführer von pbs, Edgar Krings und Achim Wolf, ihr Büro und erste Pläne für das Projekt in Kempen vorgestellt.

Fest steht: Die Sanierung der Schulen ist nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen. Das Vorhaben ist auf die nächsten Jahre angelegt. Experte Krings öffnete in der Ausschusssitzung ein Zeitfenster, das bis zum Jahr 2025 reichen könnte. Immerhin geht es um 20 Gebäude von derzeit noch fünf weiterführenden Schulen in Kempen, die zunächst auf den Prüfstand sollen. In den Gebäuden der beiden Gymnasien Thomaeum und Luise-von-Duesberg, der neuen Gesamtschule und den beiden auslaufenden Schulen Martin-Schule und Erich Kästner Realschule werden derzeit etwa 3700 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die Gebäude sind unterschiedlich alt - im Schnitt 40 bis 50 Jahre. Im Thomaeum und in der Martin-Schule werden Schüler teilweise in rund 100 Jahre alten Schulhäusern unterrichtet, der Teilneubau der Realschule ist dagegen noch keine 20 Jahre alt. Selbst die neueren Gebäude entsprechen aus Sicht des Brandschutzes oder der Barrierefreiheit nicht mehr aktuellen Anforderungen. Die Unterrichtsräume sind, was die technische Ausstattung betrifft, teilweise veraltet und müssen dringend nachgerüstet werden.

Neben dem baulichen Zustand spielen aber auch die sich wandelnden pädagogischen Anforderungen eine große Rolle, wenn es darum geht, die Kempener Schulen zukunftsfit zu machen. Dem externen Planungsbüro wird daher auch die Aufgabe zukommen, mit den Schulleitungen über deren pädagogische Konzepte zu sprechen und deren Wünsche in die Planungen einfließen zu lassen.

Fest steht: Die weiterführenden Schulen sollen unter dem so genannten Campus-Gedanken in den Blick genommen werden. Das heißt: Die Planer sind aufgefordert, nicht jede Schule einzeln, sondern alle Schulen als mögliche Einheit zu beleuchten. Dabei sollen Synergieeffekte ebenso geprüft wie Besonderheiten der jeweiligen Schulen berücksichtigt werden.

Die Stadt hofft, mit der externen Hilfe der Aachener Planer, die eigenen Angaben zufolge bereits viel Erfahrung bei einem solchen Großprojekt mitbringen, zum einen kurz- bis mittelfristig den bestehenden Sanierungsstau auflösen und langfristig neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Kempener Schulen entwickeln zu können.

Was das Projekt kosten wird, ist völlig offen. Bürgermeister Rübo hatte in seiner Haushaltsrede erklärt, dass bis 2019 rund 7,9 Millionen Euro aus der Schul- und Bildungspauschale für das Vorhaben im städtischen Haushalt bereit gestellt werden sollen. Das hat der Stadtrat auch so beschlossen. Weitere Millionen müssen aber mit Sicherheit bis 2025 kalkuliert und bereitgestellt werden.

Quelle: RP
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