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Stadt Kempen
Freie Wähler setzen sich für Vereine ein

Stadt Kempen: Freie Wähler setzen sich für Vereine ein
Die Stärkung des Handelsstandorts ist aus Sicht der Freien Wähler wichtig. Daher unterstützen sie Forderungen, Citymanagement und Stadtmarketing zu bessern. FOTO: Kaiser Wolfgang
Stadt Kempen. Die Freien Wähler Kempen haben eine Liste von Themen erarbeitet, die sie in nächster Zeit in die politische Diskussion einbringen wollen. Die Stärkung der Altstadt spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Unterstützung des Sports. Von Andreas Reiners

Die Freien Wähler Kempen (FWK) betonen seit ihrer Gründung im Jahr 2009 stets, dass sie keine politische Gruppierung, die bei ihrer Arbeit parteipolitischen Zwängen unterliegt, sind. Sie sehen sich als Verein, der sich den Interessen aller Bürger in Kempen verpflichtet fühlt und dementsprechend "keine Parteipolitik, sondern vernünftige Sachpolitik mit sozialer Verantwortung" macht, wie der Fraktionsvorsitzende der FWK, Udo Kadagies, immer hervorhebt. So auch im Gespräch mit der Rheinischen Post, bei dem Kadagies und seine Fraktionskollegen Georg Alsdorf, Christian Gehlen und Werner Rennes einen ganzen Katalog von Wünschen und Vorstellungen erläuterten.

Priorität bei allem hat auch für die Freien Wähler, dass die Stadt Kempen finanziell handlungsfähig bleibt. Nach dem Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen im vergangenen Jahr sei auch weiterhin eine strikte Überprüfung aller Ausgaben erforderlich. Dass ein externes Beratungsunternehmen kurz vor der politischen Sommerpause mit der Untersuchung der Organisationsstruktur beauftragt wurde, tragen die Freien Wähler mit. Allerdings hoffen sie, dass am Ende des nun angestoßenen Prozesses auch finanzielle Einsparungen stehen werden, denn immerhin kostet die externe Prüfung fast 100.000 Euro. Wie alle anderen Fraktionen im Stadtrat betonen auch die Freien Wähler, dass es keine Entlassungen beim städtischen Personal geben werde.

Als große Zukunftsaufgabe für Stadtverwaltung und Politik sieht die Wählervereinigung die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge, die in die Stadt Kempen kommen. Wohnraum für die Asylsuchenden zu schaffen, sei das eine, die Integration in unsere Gesellschaft das andere. Bei Letzterem gebe es in Kempen zwar viele gute Ansätze vor allem durch Bürger, die sich dankenswerterweise ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Aber die Integrationsarbeit müsse besser koordiniert werden, sagt Udo Kadagies. Das neue Begegnungs- und Integrationszentrum in der ehemaligen Johannes-Hubertus-Schule in St. Hubert könne dabei sehr hilfreich sein. FWK-Sozialexperte Christian Gehlen bescheinigt der Stadtverwaltung, beim Thema Flüchtlinge "mit Augenmaß" vorzugehen.

Die Freien Wähler meinen, dass in Sachen Schulsanierung nun der richtige Weg eingeschlagen sei. Angesichts der angespannten personellen Situation im städtischen Hochbauamt sei es richtig gewesen, ein externes Architektenbüro mit der Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes zu beauftragen. Bedauerlich sei es aber, dass sich der geplante Bau von zwei Aufzügen für Real- und Gesamtschule verzögere, meint Georg Alsdorf.

Die Freien Wähler sehen sich auch als Interessenvertretung des Mittelstandes in Kempen. Deshalb stehen sie zu Forderungen aus der Politik, das Citymanagement und das Stadtmarketing zu verbessern. "Wir müssen die Altstadt stärken", sagt Werner Rennes. Der Einzelhandelsexperte der Freien Wähler ist allerdings skeptisch, ob sich ein neues Lebensmittelgeschäft in der Fußgängerzone ansiedeln lässt. Die Freien Wähler unterstützen Pläne für ein neues Hotel in Citynähe. Zur Förderung des Tourismus schlagen sie vor, den Wohnmobilstellplatz an der Berliner Allee zu erweitern. In Sachen zentrale Tourismus-Information im Kulturforum Franziskanerkloster hätten sie sich allerdings eine schnellere Umsetzung des Vorhabens gewünscht, so Alsdorf. Pläne für freies WLAN in der Kempener Innenstadt unterstützt die Vereinigung. Es wäre gut, wenn die Stadt prüft, wie sie die Betreiber des bestehenden Freifunks unterstützen kann, so Gehlen.

Beim Thema Wohnungsbau sprechen sich auch die Freien Wähler für eine Forcierung der Errichtung von preiswerten Mietwohnungen aus. Dass dies angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase, die die Baufinanzierung allgemein begünstigt, nicht einfach umzusetzen sei, stehe allerdings auf einem anderen Blatt. Erste Ansätze beispielsweise am Heyerdrink oder im Neubaugebiet "An der Kreuzkapelle" werden sehr begrüßt. Den aktuellen Entwurf des Regionalplans lehnen die Freien Wähler gerade deshalb ab, weil dort eine geplante Wohnbebauung am Stadtrand eingeschränkt werde.

Als politische Vereinigung sehen sich die Freien Wähler auch als Interessenvertretung der Vereine in Kempen. So unterstützen sie alle Bestrebungen, auch in St. Hubert und Tönisberg Kunstrasenplätze für die Fußballer zu bauen. Die Stadt möge sich da mit den betroffenen Sportvereinen zusammensetzen. Wünschenswert wäre, so Christian Gehlen, einen Kunstrasenplatz auf der Sportanlage in Tönisberg anzulegen. In St. Hubert sollte der Aschenplatz "An Eulen" durch einen Kunstrasen ersetzt werden. Die Vereine sollten sich - ähnlich wie der SV Thomasstadt an der Berliner Allee - finanziell an dem Bau beteiligen, so die Freien Wähler. Skeptisch bewerten sie in diesem Zusammenhang Vorschläge, ein neues Sportzentrum im Bereich Königshütte zu bauen.

Das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr wird von den Freien Wählern besonders gewürdigt. Die Sanierung der Gerätehäuser in Tönisberg und Schmalbroich sei überfällig. Kein Verständnis haben sie dafür, dass eine der letzten aktiven Schützengruppierungen Kempens wie die Blauen Husaren zuletzt ihren Vogelschuss nicht in der Innenstadt organisieren durfte. Hier sei von Seiten der Stadt mehr Fingerspitzengefühl im Sinne der Brauchtumspflege vonnöten. Die Freien Wähler können sich vorstellen, dass ein Vogelschießen auf der Burgwiese stattfindet.

Stichwort Burg: Hier ist die Stadt nun auf dem richtigen Weg, indem sie untersuchen lässt, ob eine Nutzung des Gebäudes als Verwaltungsnebenstelle - mit Gastronomie im Erdgeschoss - möglich ist. "Da müssen wie das Ergebnis der Prüfung durch die Assmann-Gruppe, insbesondere die Kostenschätzung, abwarten", sagt Udo Kadagies. Das Kreisarchiv mit dem Stadtarchiv müsse unbedingt in Kempen bleiben.

Quelle: RP
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