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Stadt Kempen
Heimspiel für den neuen Kantor

Stadt Kempen: Heimspiel für den neuen Kantor
Propst Dr. Thomas Eicker (hinten) stellte gestern den neuen Kempener Kirchenmusiker Sebastian Gössel vor. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Der gebürtige Kempener Christian Gössel wird neuer Kirchenmusiker der Pfarrgemeinde St. Mariae Geburt. Von Silvia Ruf-Stanley

Da wird landesweit und sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus gesucht - und dann liegt das Gute doch so nahe. Der neue Kantor der katholischen Pfarrgemeinde St. Mariae Geburt ist ein gebürtiger Kempener. Christian Gössel, gerade einmal 28 Jahre alt, kehrt nach Studium und Berufsanfängen in Berlin in seine Heimatstadt zurück. Am 3. Oktober wird er seinen ersten Dienst in der Vorabendmesse in St. Josef haben, direkt am nächsten Tag beim Erntedankgottesdienst auf dem Bauernhof Platen im Einsatz sein - dann aber am Keyboard, nicht an einer Orgel.

Die Orgellandschaft Kempens kennt und schätzt Gössel, wie er gestern beim Pressegespräch sagte. Beim bisherigen Kantor Theo Dahmen hat er das Klavierspiel gelernt, später lernte er in Kevelaer das Orgelspiel bei Elmar Lehnen. In Berlin studierte er dann unter anderem bei Professor Wolfgang Seifen, auch dieser am Niederrhein bestens bekannt als Organist an St. Sebastian in Lobberich und später in Kevelaer. Er hat bereits Kontakt aufgenommen mit Ute Gremmel-Geuchen vom Verein König-Orgel, auch kennt und schätzt er die evangelische Kantorin Stefanie Hollinger. Bei Martin Bökelheide war er auch schon einmal im Posaunenchor. Er tritt hier also wirklich ein Heimspiel an. Das habe die Stelle, auf die er sich spontan und kurzfristig kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist beworben hatte, attraktiv gemacht, erzählte er.

Ein großes Anliegen ist Gössel neben dem Orgelspiel in allen seinen Varianten von liturgischer Begleitung in den Messen über die in Kempen bis dato wenig gehörte Kunst der Orgelimprovisationen bis hin zu großen Werken der Orgelmusik auch die Chormusik. Zusätzlich zu seinem Studium der Kirchenmusik hat er sich in Berlin bereits bei mehreren Chören, darunter dem Bach-Chor oder auch dem renommierten Staats- und Dom-Chor, engagiert. Zuletzt war er unter anderem Lehrbeauftragter des Faches Chorleitung an der Berliner Universität der Künste.

Propst Dr. Thomas Eicker, der selbst über Kirchenmusik promoviert hat, war sein Behagen über den neuen Mitarbeiter gestern regelrecht anzumerken. Denn wie in den drei Kempener Gemeinden, die ja nun seit einigen Jahren zusammen wachsen und wo sich viele Veränderungen ergeben haben, sieht er nun mit dem jungen Organisten auch Bewegung in die Kirchenmusik kommen.

Es muss sich etwas bei den Chören der Kirchen tun. Eicker sieht da gemeinsam mit Gössel eine neue Form des Kirchenchores und parallel dazu einen Chor für vielleicht ältere Sänger, die gerne einfachere Werke singen wollen oder auch die Probe in den Abendstunden scheuen. Für die vielen Menschen, die wenig Zeit für regelmäßige Chorproben haben, könnte es mehr Projektarbeiten geben. Und da die evangelische Kantorin damit schon viel Erfahrung hat, könne man da ja zum Beispiel voneinander profitieren, so Gössel und Eicker weiß auch, dass es längst egal ist, ob ein Chormitglied aus St. Josef, Christ-König, St. Marien kommt oder vielleicht einer anderen Konfession angehört.

Gerade gibt es schon in Bezug auf eine verstärkte Arbeit im Kinder- und Jugendbereich Gespräche mit Schulen. Angesichts der längeren Schultage der Kinder könne man gemeinsame Arbeitsgemeinschaften in den Schulen anbieten. Dies sind alles zunächst nur Beispiele. Gössel wird sich dabei mit Ralph Hövel, dem Kantoren an Christ-König, abstimmen. Denn dort gibt es sowohl schon einen Kinder- als auch einen Jugendchor.

Eicker wie Gössel war gestern anzumerken, dass sie sich auf eine spannende Zeit der Kirchenmusik in Kempen freuen. Gleichzeitig warnte Eicker seinen neuen Mitarbeiter aber, sich vor zu vielen Anforderungen zu schützen. Zunächst solle er einmal Zeit haben, anzukommen und Gespräche zu führen. Alles weitere werde die Zukunft bringen. Und Gössel fügte hinzu, dass er auch wisse, dass Veränderungen Zeit brauchen. Eine erstaunliche Ruhe und Gelassenheit angesichts der Aufgaben, die vor ihm liegen, strahlt er jedenfalls aus.

Quelle: RP
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