| 14.45 Uhr

Stadt Kempen
Österliche Botschaft in Glas

Stadt Kempen. Der langjährige Leiter der Malschule der Senioreninitiative Kempen, Günther Hoff, zeigt in der Choros Buchhandlung am Buttermarkt in Kempen selbst gemalte Ikonen-Repliken. Einige davon hat er auf Glas gemalt. Auch Ostermotive von Glasfenstern hat der 80-Jährige kopiert. Von Christian Heidrich

Günther Hoff nimmt drei Glasplatten vom Regal. Es sind Ausschnitte von Kirchenfenstern, die er mit Pinsel und spezieller Glasmalfarbe reproduziert hat. Alle drei zeigen Motive, die mit den Kar- und Ostertagen zu tun haben: die Fußwaschung aus einem Fenster der gotischen Kathedrale in Bourges in Frankreich aus dem 13. Jahrhundert, die Kreuzigung aus einem auf das 16. Jahrhundert datierten Fenster im Kloster Melk in Österreich und die Auferstehung. Sie ist im Original im Fenster der Schuhmacherzunft im Freiburger Münster aus dem 14. Jahrhundert zu sehen.

Entstanden sind sie Ende der 80er Jahre. Damals unternahm der passionierte Künstler und langjährige ehrenamtliche Leiter der Malschule der Seníoreninitiative Kempen viele Reisen. Immer im Gepäck war sein Fotoapparat, mit dem er unter anderem die Fensterausschnitte in den Kirchen in Bourges, Freiburg und Melk aufnahm.

Daheim in seinem Atelier machte sich Hoff daran, die Konturen der Fensterausschnitte genau zu kopieren. Zugute kam ihm dabei langjährige Erfahrung im Malen von Ikonen-Repliken, das sehr genaues Arbeiten erfordert. Die Fensterbilder malte er seitenverkehrt. Formen und Farben der Originalfenster hat Hoff beibehalten, aber die Reflexe des Lichtes, das zum Zeitpunkt des Fotografierens durch die Fenster schien, hat er übernommen. Verschiedene Maltechniken hat der 80-Jährige im Laufe seines künstlerischen Schaffens praktiziert. Die Glasmalerei ist eine davon. Auf Glas gemalte Ikonen aus seiner Hand sind zurzeit in der Choros-Buchhandlung von Gereon Vogler in Kempen zu sehen. Dort zeigt Günther Hoff Ikonen-Repliken, die er von Beginn bis Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gemalt hat. Diese Kopien der in der Orthodoxie hoch verehrten Darstellungen verkauft Hoff in der Ausstellung für einen sozialen Zweck. Zuvor hatte er auch schon Werke von Expressionisten wie Kandinsky auf Glas gemalt.

Zu den Werken des 80-Jährigen, der vor zwei jahren die Leitung der von ihm 2001 begründeten Malschule der Senioreninitiative Kempen in jüngere Hände gab, gehören auch die Westfenster in der Pfarrkirche St.Vitus in Oedt. Der in St.Tönis aufgewachsene Künstler erhielt Ende der 80er Jahre den Auftrag, das in der Oedter Gemeinde praktizierte kirchliche Brauchtum malerisch festzuhalten. Hoff entwarf drei Fenster die sich dem Sternsingen, dem Schützenfest und dem Martinsfest und seinen Bräuchen widmen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Stadt Kempen: Österliche Botschaft in Glas


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.