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Stadt Kempen
Primaballerina gibt Schülern Nachhilfe

Stadt Kempen. Die Theater-AG des Kempener Thomaeums erhält für eine Aufführung professionelle Unterstützung. Theaterpädagogin und Solo-Tänzerin Silvia Behnke erarbeitet mit den Schülern das Musical "Evita". Von Silvia Ruf-Stanley

Die Kempener Gymnasiasten wagen sich an die Aufführung ein bedeutenden Werks der jüngeren Musikgeschichte. Die Theater-AG des Thomaeum holt sich daher für die Erarbeitung des Musicals "Evita" von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice professionelle Hilfe ins Haus. Jetzt fand eine erste Besprechung mit der Theaterpädagogin. Silvia Behnke von den Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach in der Aula des Thomaeums statt. Das Musical beschreibt die Geschichte der argentinischen Präsidentengattin Maria Eva Duarte de Perón. Es lebt von ihren Erinnerungen. Ihre Geschichte wurd aber auch parallel aus der Sicht des Studenten Che, der ein Kritiker sowohl von Evita als auch der argentinischen Diktatur ist, erzählt.

Es sind mehr als 30 Schülerinnen und Schüler, die sich an diesem Nachmittag in der Aula auf der Bühne tummeln. Da ist es für Regisseur Cornelius Lehmann, den vielen selbst als Darsteller beim Theater am Thomaeum erlebt haben, sowie für Lehrer David Neil Nethen, der die Musik mit den Schülern einstudiert, schwierig den Überblick zu behalten.

Silvia Behnke wird im Laufe der Proben drei Mal die Schüler besuchen. Dies ist ein neues Konzept in der Theaterpädagogik in Krefeld und Mönchengladbach. Die ausgebildete Balletttänzerin und erfahrene Theaterfrau wird Tipps geben. Das fängt an diesem Nachmittag direkt an mit kleinen Hinweisen. Wie bewegt sich denn so ein Tross von Soldaten. Den Mädchen, die im Stück feine Aristokratinnen spielen werden, empfiehlt sie, zu den nächsten Proben Schuhe mit Absatz mitzubringen. Denn in den bequemen Schuhen, die sich jetzt tragen, bewegen sie sich anders als in feinem Schuhwerk. Schließlich sollen sie in der Szene, die gerade geprobt wird, über die Bühne flanieren. Im engen Bühnenraum kann man dies wunderbar mit einer kleinen Choreographie darstellen. So ist Silvia Behnke mitten drin im Geschehen.

Im Laufe der Zeit werden die Schülerinnen und Schüler als ganze Gruppe zwei Vorstellungen besuchen. Da die Städtischen Bühnen in dieser Saison Musicals im Programm haben, passt das genau. Die Theater-AG kann so den Profis bei ihren Aufführungen zusehen und daraus wiederum für ihre eigene Arbeit lernen. Sie sollen sich bereichern lassen, meint Silvia Behnke. Und da bietet sich der Blick auf professionelle Veranstaltungen, die dann am besten hinterher in der Theater-AG gemeinsam diskutiert werden, an. Dieses Projekt ist der Theaterfrau wichtig. Zum einen um die schulische Arbeit zu unterstützen, aber auch um junges Publikum ins Theater zu locken. Dies wird immer schwieriger. Silvia Behnke weiß, dass durch lange Schulstunden und viele anderen Aktivitäten Jugendliche heute einen sehr engen Terminplan haben. In Kempen jedenfalls scheint ihre Arbeit auf fruchtbaren Boden zu fallen, denn die Mitglieder der Theater-AG hören ihr konzentriert zu.

Im März nächsten Jahres soll es vier Aufführungen von "Evita" im Thomaeum geben. Dann kann man die Erfolge des Projektes sehen. Hoffentlich bei dann wieder funktionierender Technik in der Aula: Denn wenn man während der Probe den Blick durch den Saal schweifen lässt, fällt einem sofort auf, dass dort, wo sonst Scheinwerfer für die Ausleuchtung der Bühnen hingen, nur noch Kabelsalat zu sehen ist. Die marode Technik der Aula muss aus Brandschutzgründen saniert werden. Schon beim Sommerkonzert im Juli hatte Schulleiterin Agnes Regh bedauert, dass die eigentlich für die Sommerferien geplante Erneuerung der Anlage aus Zeitgründen nicht realisiert werden konnte. Offensichtlich hat sich aber auch bis jetzt, kurz vor den Herbstferien, noch nichts getan.

Quelle: RP
 
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