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Stadt Kempen
Schulaufzüge: Planung geht voran

Stadt Kempen: Schulaufzüge: Planung geht voran
Seit Mitte 2014 gibt es die Städtische Gesamtschule Kempen. Sie ist im ehemaligen Gebäude der Hauptschule untergebracht und nutzt auch Fachräume der benachbarten Realschule. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Der Bau von Aufzügen für zwei Gebäude der Realschule und der Gesamtschule in Kempen war im Sommer kurzzeitig zum Politikum geworden. Nun wird mit Volldampf geplant. Zum neuen Schuljahr soll alles fertig sein. Von Andreas Reiners

"Der bisherige Zeitplan, der eine Fertigstellung der Aufzüge zum Ende der Sommerferien 2017 vorsieht, wird nach jetzigem Stand eingehalten." Mit dieser Aussage beschließt der Technische Beigeordnete der Stadt Kempen, Stephan Kahl, seinen Sachstandsbericht für die Sitzung des Bauausschusses am kommenden Dienstag, 15. November (ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses am Buttermarkt). Auf den ersten Blick klingt diese Aussage nüchtern und sachlich. Bei den Verantwortlichen der beiden betroffenen Kempener Schulen, Uwe Hötter als Leiter der Gesamtschule und Sigi Strohe als Leiterin der Erich Kästner Realschule, werden bei einer solchen Aussage Erinnerungen wach an ein eher unerfreuliches Kapitel in der Zusammenarbeit der Schulen mit der städtischen Bauverwaltung.

Im Sommer nämlich schlug die Nachricht kurzzeitig hohe Wellen, dass entgegen ursprünglicher Planung die beiden neuen Aufzüge an den Schulgebäuden nicht zum Ende der Sommerferien 2016 fertig gestellt werden könnten. Auch ein Termin nach den Herbstferien erschien unrealistisch, nachdem bekannt geworden war, dass die Bauverwaltung noch gar nicht mit den Planungen begonnen hatte. Das Vorhaben wurde in das Großprojekt "Campus Kempen" - der Begriff steht für die Sanierung und Modernisierung der weiterführenden Schulen - integriert.

Anfang Juli wurde das externe Planungsbüro "pbs-Architekten" beauftragt, sich vorrangig um das Aufzugprojekt zu kümmern. Schon damals hieß es von der Stadtverwaltung, dass die Aufzüge zum Ende der Sommerferien 2017 fertig gestellt sein könnten. Solange müssen sich die beiden betroffenen Schulen - im Sinne einer gehbehinderten Lehrerin und eines gehandicapten Schülers - mit Notlösungen behelfen, was sie auch tun.

In seinem Sachstandsbericht für den Bauausschuss am kommenden Dienstag beschreibt Dezernent Kahl ausführlich die Problemlage. Das Hauptgebäude der Realschule - es wurde 1966 gebaut - ist nicht barrierefrei, ebenso der Anbau mit den naturwissenschaftlichen Räumen (Baujahr 2000). Da die neue Kempener Gesamtschule als inklusive Schule auch für behinderte und in ihrer Mobilität eingeschränkte Schüler an den Start gegangen ist, ist die Barrierefreiheit der von ihr genutzten Gebäude eben besonders wichtig. Der auf den Rollstuhl angewiesene behinderte Schüler wird nach den Sommerferien 2017 auch in den naturwissenschaftlichen Fachräumen im Obergeschoss des Altbaus haben. Dann, so versichert der Baudezernent jetzt, wird er die Räume selbstständig erreichen können.

Aufbauend auf einer Machbarkeitsstudie, die das Schulverwaltungsamt bereits Ende 2015 bei dem Viersener Architekturbüro Dewey + Blohm-Schröder in Auftrag gegeben hatte, läuft nun die konkrete Planung durch das Büro pbs. Die vom Viersener Büro vorgeschlagenen Standorte wurden geändert. Die Aufzüge sollen so an die Gebäude angebaut werden, dass sie möglichst nah an den vorhandenen Treppenhäusern liegen und dass für deren Anschluss keine bestehenden Funktionsräume geopfert werden müssen. Außerdem soll die Belichtung der Treppenhäuser dadurch nicht beeinträchtigt werden.

Mit den beiden Aufzügen sollen alle Geschosse im Hauptgebäude und im Anbau stufenlos erreichbar sein. Lediglich die Räume für die Haustechnik in der Teilunterkellerung des Hauptgebäudes, in denen kein Unterricht stattfindet, werden weiterhin nur über eine Treppe zu erreichen.

Nach Rücksprache mit dem Landschaftsverband und dem Behindertenbeauftragten der Stadt Kempen, Wolfgang Reinsch, wurde eine Kabinengröße für die Aufzüge ausgewählt, die auch für größere Elektrorollstühle nebst Begleitperson eine komfortable Nutzung ermöglicht. Die einzelnen Gewerke für die Aufzug-Anbauten werden jetzt entsprechend ausgeschrieben.

Quelle: RP
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