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Stadt Kempen
Schwester Ina und das Rathaus

Stadt Kempen: Schwester Ina      und das Rathaus
Sie stellten gestern die neue Schwester-Ina-Medaille vor (v.l.): Peter Fischer, Herbert Knops, Jürgen Hamelmann, Heinz-Wilhelm Wolters, Manfred August, Karl-Heinz Hermans und Volker Rübo. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Das Rathaus ziert die neue Schwester-Ina-Medaille. Von Heiner Deckers

Schwester Ina wirkte von 1935 bis 1980 im Annenhof und hatte maßgeblichen Anteil an der Erziehung von über 5000 Kindern und Jugendlichen. Vor 15 Jahren gründete sich die Schwester-Ina-Stiftung und gibt seitdem jährlich eine neue Medaille heraus. Das Motiv hat stets einen Bezug zu Kempen. Die erste Medaille zierte die Burg, die gestern vorgestellte 15. zeigt das Rathaus - das wurde nämlich vor 50 Jahren gebaut.

Seit Beginn kümmert sich Heinz-Wilhelm Wolters um die Belange der Stiftung. Er ist 82 Jahre alt und hat Schwester Ina noch selbst erlebt. Wie war sie denn so? "Ich habe sie als lieb in Erinnerung, sonst gäbe es keine Stiftung." Auch Alt-Bürgermeister Karl-Heinz Hermans, gerade 88 Jahre alt geworden, kann sich gut an seine Zeit im Annenhof erinnern, der damals nicht nur (wie es früher hieß) Waisenhaus, sondern auch Kindergarten war. Verwahrschule hieß das seinerzeit, gezielte Vorbereitung auf den Schulbesuch gab es noch nicht. Was Hermans neben Schwester Ina noch in lebhafter Erinnerung hat: "Sie hatte zwei Mitbetreuerinnen, junge Mädchen mit langen Zöpfen."

Hermans unterstützt die Stiftung seit ihrer Gründung und hat mit dem neuen Motiv bekanntlich viel zu tun. 1967 allerdings noch nicht, da mischte er noch nicht in der Lokalpolitik mit. Sein Anlass, sich politisch zu betätigen, war, dass er den Buttermarkt autofrei haben wollte. 1979 zog er den Stadtrat ein, Anfang der 80er-Jahre war der Parkplatz verschwunden - worüber damals längst nicht jeder erfreut war.

Zeitreise: So sah 1967 das neue Rathaus aus. Auf dem Buttermarkt durfte noch geparkt werden. FOTO: propsteiarchiv

Eine große Party veranstaltet die Stadt Kempen nicht zu ihrem Rathaus-Jubiläum, sagte Wolters gestern. Daher habe sich die Stiftung entschlossen, das Gebäude als diesjähriges Motiv der Medaille zu wählen. Das erste Exemplar ging übrigens an Mitarchitekt Heinz Cobbers, der heute im Altenheim lebt und sich mächtig über das Geschenk gefreut hat. Zur Eröffnung des neues Rathauses habe 1967 ein Riesenfest gegeben, sagte Bürgermeister Volker Rübo, damals noch ein Schulkind. Das Rathaus sei nach wie vor ein zentrales Gebäude in der Altstadt, "wenn auch heute nicht mehr ganz frisch und hier und da sanierungsbedürftig". Der Erlös aus dem Verkauf der Schwester-Ina-Medaille ist einmal mehr für den Annenhof mit seinen 85 Plätzen bestimmt. Dessen Leiter Herbert Knops betonte, dass ohne dies Gelder viele Angebote nicht möglich seien. Man trachte nicht danach, jährlich neue und besondere Höhepunkte zu bieten, sondern setzte auf Nachhaltigkeit. So gibt es Dauerangebote wie die Künstler-Werkstatt, die sich seit Jahren bewährt haben. Nur dank der Stiftungsgelder könne man einen Freizeitpädagogen beschäftigen. Wichtig sei auch die schulische Förderung, weil viele der Kinder und Jugendlichen große Lücken aufweisen. Die Förderung ist individuell, betont Knops: "Die Kinder sollen wieder Spaß am Lernen bekommen."

Quelle: RP
 
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