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Gemeinde Grefrath
Spurensuche

Gemeinde Grefrath: Spurensuche
Sie stellten das Programm des Museumstags vor (v.l.): Rabea Badeda, Nicole Geitner und Anke Wielebski. FOTO: wolfgang kaiser
Gemeinde Grefrath. Am Internationalen Museumstag geht es im Freilichtmuseum Dorenburg um "Spurensuche". Unter anderem suchen Demenzkranke nach ihrer eigenen Vergangenheit, nach ihren Erinnerungen. Die verschiedenen Generationen sollen sich begegnen und voneinander lernen. Von Heiner Deckers

"Spurensuche. Mut zur Verantwortung" heißt das Motto zum Internationalen Museumstag im Niederrheinischen Freilichtmuseum am Sonntag, 21. Mai, 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist an diesem Tag frei. Beteiligt ist das Demenz-Netzwerk Grefrath.

Wenn sich Demenzkranke auf Spurensuche begeben, sind das in der Regel die Spuren nach sich selber, nach der eigenen Erinnerung. Auf der der anderen Seite sind auch Kinder eingeladen, mit deren Hilfe sich die Senioren vielleicht an die glücklichen Tage der Kindheit erinnern können. "Wir möchten gemeinsam die Begegnung von Jung und Alt ermöglichen, eine kulturelle Teilhabe für alle", sagt Museumsleiterin Anke Wielebski. Das Programm an diesem Tag ist vielfältig und auf die verschiedenen Besuchergruppen zugeschnitten: "Die ganze Familie wird auf ihre Kosten kommen", verspricht Projektleiterin Rabea Badeda.

Seit anderthalb Jahren macht das Freilichtmuseum mit seinem pädagogischen Programm "Teddybär, Teddy, dreh dich um" ein spezielles Angebot für Demenzkranke. Und das wird richtig gut angenommen, betont Nicole Geitner vom Oedter Altententrum, Sprecherin des Netzwerks: "Unser Ziel ist es, Grefrath zu einer demenz-sensiblem Kommune zu machen." Da sei das Museum eine geradezu idealer Partner. Das sieht auch Anke Wielebski so: "Der Besuch von Kulturveranstaltungen ist für uns eine Selbstverständlichkeit, sollte aber jedermann möglich sein."

Das Freilichtmuseum mit seinen Angeboten spreche alle Sinne an: Sehen, Hören und Riechen kann auch bei Menschen mit Demenz auf emotionaler Ebene Erinnerungen wecken. Rabea Badeda erwähnt etwa Hanfseile, die besonders intensiv riechen, Kuchen oder Himbeerbonbons, wie es sie früher einmal gab. Heute übrigens auch wieder - in so genannten Nostalgie-Tüten. Die Demenzkranken können nostalgisches Spielzeug in die Hand nehmen und eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. "Spielzeug ist eigentlich immer mit positiven und schönen Erinnerungen verbunden", sagt Anke Wielebski.

Am Museumstag ist ein Parcours der Begegnung von Jung und Alt, von Kindern und Demenzkranken aufgebaut. Alle Altersgruppen werden angesprochen, begegnen einander und entwickeln Verständnis füreinander. Clownpädagogin Peppina aus Dorsten dreht zwischen 12 und 15 Uhr ihre Runden, das Kaspertrio aus Berlin tritt zweimal auf: Um 14 Uhr spielen die Puppen das Märchen "Der Hase und der Igel", um 16 Uhr erklingen beim Singen mit Minchen und Willi" alte Schlager. "Menschen mit und ohne Demenn werden durch die unterschiedlichen Aktionen angesprochen", sagt Nicole Geitner.

Weiterhin gibt es auf dem Museumsgelände historisches Handwerk wie Spinnen oder Weben zu bestaunen, das dem einen oder anderen Demenzkranken vielleicht noch vertraut ist. Wer sich allgemein über das Thema Demenz informieren möchte, findet an verschiedenen Ständen Ansprechpartner. Vertreten sind am Museumstag das Gerontopsychiatrische Zentrum des LVR-Klinikverbunds, das Demenzservicezentrum Niederrhein, der Pflegestützpunkt Grefrath, die Kreisvolkshochschule und die Diakonie Häuslicher Pflegedienst der Rheinischen Gesellschaft für Innere Mission.

Quelle: RP
 
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