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Stadt Kempen
Viele freuen sich aufs neue Haus

Stadt Kempen: Viele freuen sich aufs neue Haus
Marc Hermann, Leiter des Lazarus-Hauses in Hüls (Mitte), und Oliver Hartmann von der Firma Kleusberg (2.v.r.) erläuterten den Besuchern die Pläne für das neue Pflegewohnheim am Beyertzhof in St. Hubert. FOTO: Hüskes
Stadt Kempen. Stadt Kempen und Betreiber Lazarus-Hilfswerk informierten St. Huberter über das künftige Pflegewohnheim am Beyertzhof. Der Aufbau der Wohnmodule beginnt. Im Frühsommer 2016 soll der Gebäudekomplex bezugsfertig sein. Von Willi Schöfer

"Hier entsteht ein Modulgebäude" - dies ist bereits auf einem großen Transparent an der Baustelle zu lesen. Das Unternehmen Kleusberg mit seiner Zentrale in Wissen an der Sieg wird in den kommenden zwei bis drei Wochen die 65 Module zum Gelände am St. Huberter Friedhof transportieren. Dann geht es mit der Installation los. Wahrscheinlich im Frühsommer 2016 soll das neue Pflegewohnheim am Beyertzhof fertig sein. Ein großer Container als Unterkunft für die Arbeiter steht dort bereits. Und dorthin hatten die Stadt Kempen und der Betreiber des neuen Pflegewohnheims, das Lazarus-Hilfswerk, jetzt zu einem Nachbarschaftsfest eingeladen.

Nachbarschaft ist ein örtlich nicht genau definierbarer Begriff, lässt sich in diesem Fall auch auf ganz St. Hubert ausdehnen. Denn es kamen nicht die direkten, gegen den Bau und den Bebauungsplan weiter klagenden Anwohner (die RP berichtete), sondern diesmal mehr als 30 St. Huberter, die entweder selbst in dem Heim wohnen oder arbeiten möchten oder dort für ihre Angehörigen einen Wohnplatz suchen. "Ich bin erstaunt über so viel Interesse", sagte Oliver Hartmann von der Gesellschaft Kleusberg. Die Stadt Kempen war unter anderem mit Bürgermeister Volker Rübo und den Beigeordneten Hans Ferber, Michael Klee sowie Stephan Kahl vertreten. "Dieses Wohnheim wird für St. Hubert sehr wichtig sein", betonte Bürgermeister Rübo.

Die Atmosphäre war sachlich und locker. Marc Hermann, Leiter des Lazarus-Altenheims in Hüls, brachte Getränke, Frikadellen und Gebäck mit, erläuterte das Vorhaben, das für den Betreiber ein Pilotprojekt ist. Denn es ist kein klassisches Altenheim konzipiert worden, sondern die insgesamt 36 Plätze und Einzelzimmer (jeweils mit der Nasszelle rund 20 Quadratmeter groß, außerdem mit Terrasse) werden in drei eigenständige Wohngruppen von jeweils zwölf Personen mit entsprechenden Küchen und Aufenthaltsräumen aufgeteilt. Außerdem würden 14 Tagespflegeplätze entstehen.

Die Besucher hatten viele Fragen zum Konzept des Hauses: Wie gehen sie mit Demenzkranken um, bleiben die in ihren Wohngruppen, wenn sich die Erkrankung herausstellt? Dies bejahte Hermann, wenngleich der Sozialarbeiter generell noch sagte, dass es keine geschlossene Einrichtung sei, in der die Türen verschlossen würden. Wie ist der Betreuungsschlüssel, wie sind die Preise? Hermann machte dies von der Pflegebedürftigkeit und den noch zu führenden Verhandlungen mit den Pflegekassen abhängig, versicherte aber: "Es werden in etwa die Preise sein, die auch in ähnlichen Einrichtungen verlangt werden." Was ist, wenn die Bewohner nicht selbst waschen oder ihr Essen nicht selbst zubereiten möchten? Auch dies sei, so Hermann, kein Problem. Man brauche dieses Angebot nicht nutzen, will dadurch nur für etwas Selbstständigkeit sorgen. Jedenfalls versorgen sich die drei Wohngemeinschaften bei entsprechenden Hilfen selbst.

Marc Hermann führt weiter aus, dass schon zahlreiche Anmeldungen vorlägen. Plätze seien aber noch frei. Die Interessenten würden voraussichtlich im kommenden Frühjahr angeschrieben und zu konkreten Gesprächsrunden eingeladen. Auch habe es schon die eine oder andere Bewerbung als Verwaltungs- oder Betreuungskraft gegeben. Hermann riet neuen Bewerbern, die entsprechenden Unterlagen direkt an ihn zu schicken: Lazarus-Haus Krefeld, Marc Hermann, Kempener Straße 31-33, 47839 Krefeld. Für Interessierte auf einen Wohnplatz im Heim empfahl er einen erster Kontakt unter Ruf: 02233 97250.

Viele der Anwesenden warten darauf, dass es mit dem Neubau endlich losgeht. "Ich suche für meinen 91-jährigen Vater eine Rund-um-Betreuung", sagte eine St. Huberterin. "Ein gutes Konzept", kommentierte Petra Räthel, die für ihre Mutter etwas sucht. Einige andere hatten sich als Mitarbeiterinnen für die Verwaltung oder Pflege beworben. "Ich wohne sozusagen um die Ecke, möchte gerne bei der Betreuung von Demenzkranken mitarbeiten", so Birgit Hahnen. Ein Bewohner an der Orbroicher Straße meinte: "Ich bin verärgert, dass das so lange gedauert hat." Für die Proteste der direkten Anwohner am Beyertzhof hatten etliche Besucher kein Verständnis, der Kommentar einer Dame: "Wahrscheinlich werden die nicht älter und brauchen so etwas nicht."

Quelle: RP
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