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Kevelaer
Der Büchermarkt "Laetare" schließt

Kevelaer: Der Büchermarkt "Laetare" schließt
Das Ehepaar Martin und Elsbeth Kraus bedauert, dass sie diesen Schritt gehen müssen. Von den Laetare-Buchhandlungen lief das Geschäft in der Marienstadt über die Jahre am besten. FOTO: Markus van Offern
Kevelaer. Nach über 20 Jahren werden die Geschäftsräume in der Luxemburger Galerie Anfang 2016 aufgegeben. Gründe: Das Internet und das zurückgehende Interesse an religiöser Literatur. Das "Laetare"-Konzept lebt in anderer Form weiter. Von Christoph Kellerbach

Am 2. Januar beginnt der Räumungsverkauf beim "Laetare"-Büchermarkt in der Luxemburger Galerie. Doch das ist nicht das Ende für das Ehepaar Martin und Elsbeth Kraus, das vor 22 Jahren das Konzept, der vor allem auf ein religiös-theologisch fokussiertes Sortiment basierenden Läden, gemeinsam erarbeitet hat. Sie hatten insgesamt sieben verschiedene "Laetare"-Buchhandlungen in Köln, Duisburg und Recklinghausen. Die Filiale in Kevelaer war nicht nur die erfolgreichste von allen, sondern ist nun auch die letzte, die irgendwann Anfang 2016 ihre Pforten schließen wird. "Der Mietvertrag geht bis Ende März", erläutert Martin Kraus. "Vom 2. Januar an machen wir so lange weiter, bis nichts mehr da ist. Wann genau die Türen geschlossen bleiben, steht noch nicht fest."

Die Bücherstätte in der Marienstadt hat am längsten überlebt, "weil wir hier unmittelbar an der Zielgruppe dran sind", erzählt der auf Katholika spezialisierte Buchhändler Kraus. Er nennt Gründe, was zum Ende seiner Ladenkette geführt hat: "Zum einen liegt das am immer geringer werdenden Angebot an Großflächen, zum anderen aber natürlich auch stark an der großen Internetkonkurrenz. Ein weiterer Punkt ist, dass die Zielgruppe immer älter wird und nach und nach verschwindet. Da bräuchte es unbedingt Nachwuchs."

Doch ein Ende des eigentlichen Ladenverkaufs bedeutet noch lange nicht den kompletten Abschied von "Laetare".

Neben dem weiteren Abverkauf von spezialisierten theologischen Büchern über verschiedene Internetplattformen zieht besonders das Konzept des "Buchmobils", das regelmäßig in 75 bis 100 Bildungshäusern jeweils passende Büchermischungen in Wühltisch-artigen Wannen präsentiert. So werden nämlich die vor allem religiösen Bücher direkt zu den jeweiligen Zielgruppen gebracht, die so ein fokussiertes Angebot vorfinden.

Auf der Internetseite www.laetare-buecher.de gibt es weitere Informationen zu diesem Vertriebs-Konzept. "Was uns für die weitere Vergrößerung noch fehlt ist die Überzeugung in den Pastoralämtern", so der 80-jährige gelernte Buchhändler Martin Kraus. Denn für ihn "sind Bücher das Ur-Medium des Glaubens", weshalb eine konfessionelle Buchhandlung auch für die Zukunft so wichtig sei.

"Deshalb müssen wir dahin, wo sich die Gemeinden versammeln. Denn gerade die nächste Zukunft wird spannend: Wie die überzeugten Christen mit den weiteren Entwicklungen im Land umgehen. Viele werden gezwungen sein, sich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen. Und das wiederum ist ein großes Potenzial für die Verleger."

Was in Zukunft mit der Luxemburger Galerie wird, das weiß derzeit auch Martin Kraus nicht wirklich. Mit dem Schließen des "Laetare"-Büchermarktes wird nun bald auch einer der letzten Anziehungspunkte für die einstmals beliebte Einkaufspassage verschwunden sein.

Quelle: RP
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