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Kevelaer
Es gibt jetzt eine Zwischenlösung für den Styropor-Abfall

Kevelaer: Es gibt jetzt eine Zwischenlösung für den Styropor-Abfall
Seit Anfang Oktober wird Styropor als Sonderabfall eingestuft. Bürger hatten zeitweise keine Möglichkeit mehr, diese Stoffe im Kreis Kleve zu entsorgen. FOTO: DPA
Kevelaer. Bei der Entsorgung für Dämmmaterialien wurde nachgebessert. Sie dürfen in Baumischabfall bei den Deponien Pont und Moyland wieder angeliefert werden. Von Michael Klatt

Für die Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffe zeichnet sich eine Lösung ab, die den Anlieferern dieses Abfalls zumindest teilweise Entlastung verspricht. Die Kreis Klever Abfallwirtschaft GmbH (KKA) erlaubt, auf ihren Deponien in Pont und Moyland Dämmmaterialien aus Polystyrol (Styropor, Styrodur) in begrenztem Umfang wieder abzuladen. Eine Zeit lang hatte es gar keine Möglichkeit mehr gegeben, diese Stoffe loszuwerden.

Bekanntlich trat Anfang Oktober eine Gesetzesänderung in Kraft, wonach Dämmstoffe aus Polystyrol als Sonderabfall eingestuft werden. Es handelt sich um Material aus der Dach- und Fassadendämmung, Heizungsverkleidungen und von Fußbodenheizungen, und zwar wegen des in ihnen enthaltenen Flammschutzmittels Hexabromcyclododecan (HBCD). Diese Chemikalie wird in der Umwelt nur langsam abgebaut, ist für Organismen giftig und reichert sich in ihnen an. HBCD-haltige Dämmstoffe dürfen nach diesem Gesetz nicht mehr in den Mischabfall, sondern müssen gesondert entsorgt werden, wobei Nachweispflicht besteht.

Ärgerlich nicht nur für Privatleute, sondern vor allem auch für Handwerker. Dabei entspreche die Einstufung von Dämmplatten als Sondermüll nicht der Realität, wie Johannes Poels von der Straelener Bauunternehmung Hout und Poels GmbH betont. "Die Hersteller der Dämmstoffe haben sich bereits vor zwei Jahren mit dem Flammschutzmittel HBCD auseinandergesetzt und seit dem 1. Januar 2015 ein anderes Flammschutzmittel verwendet." Die Entsorgungsbetriebe behandelten jedoch Baustellenabfälle von HBCD-freiem Material wie das unter Sondermüll fallende Material mit HBCD. Das sei "nicht nachvollziehbar für uns als Handwerker."

Jetzt wird bei den Regeln für diese Abfallentsorgung nachgebessert. Grundlage dafür ist ein Erlass des NRW-Umweltministeriums. Nach dessen Veröffentlichung hat die KKA laut Geschäftsführer Hans-Peter Boos Gespräche mit der Müllverbrennungsanlage Asdonkshof geführt. Mit der Anlage in Oberhausen laufen noch Verhandlungen.

Die Vereinbarung mit Asdonkshof macht die Anlieferung von Polystyrol unter bestimmten Bedingungen auf den Deponien Pont und Moyland wieder möglich. Dämmaterialien aus Polystyrol (Styropor) dürfen nur in Mischung mit anderen Bauabfällen als Baumischabfall angenommen werden. Der Anteil darf höchstens 25 Prozent des Volumens betragen. Boos: "Per Sichtkontrolle an der Waage wird geprüft, ob dieser Wert eingehalten wird." Ist das der Fall, sei der Abfall nicht als gefährlich einzustufen. Dämmmaterialien aus Polystyrol (Styropor) sollen auf der Baustelle gemischt mit anderen, weniger heizwertreichen Baumaterialien erfasst werden. Abfälle von verschiedenen Baustellen sollen jedoch nicht vermischt werden, außer in dafür zugelassenen Anlagen.

Verpackungen aus Styropor können wieder als Kunststoffabfall angenommen werden. Die KKA empfiehlt, nicht dringende Anlieferungen noch zurückzustellen, da sich ein Rückstau dieser Abfälle gebildet hat. Diese Regelungen gelten laut Boos sowohl für private, als auch für gewerbliche Anlieferer. "Wir stimmen mit den Unternehmen die Vorgehensweise ab." Den Preis für Baustellen-Mischabfall mit einem bis zu 25-prozentigen Anteil von Polystyrol bezifferte der KKA-Geschäftsführer mit unter 200 Euro pro Tonne. Für Chargen nur mit Polystyrol würden in Asdonkshof 2000 Euro pro Tonne fällig.

Quelle: RP
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