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Rp-Serie Netzwerk Gesundheit (3)
Kooperation in der Gastroenterologie

Rp-Serie Netzwerk Gesundheit (3): Kooperation in der Gastroenterologie
Experten aus Geldern (von links): Dr. Kerem Bulut, Karsten Thiel und Dr. Markus Michaelis vom Kompetenzzirkel. FOTO: Seybert
Kevelaer. Mediziner in Geldern und Goch sowie Chefärzte des St.-Clemens-Hospitals haben einen Kompetenzzirkel rund um das Thema Magen-Darm-Trakt gebildet. Folge: Viele Vorteile für Patienten. Auch kindliche Bauchschmerzen im Fokus. Von Monika Kriegel

Der Trend ist erkannt: Eine umfassende medizinische Versorgung kann nur Hand in Hand erfolgen. In einem gut funktionierenden Netzwerk aus niedergelassenen Ärzten und Krankenhausmedizinern. Diese Form der Zusammenarbeit hat sich im Süden des Kreises Kleve seit geraumer Zeit bewährt.

In einem fünfköpfigen Kompetenzzirkel für Gastroenterologie tauschen sich die niedergelassenen Ärzte Dr. Hans Olejnik und Dr. Karsten Gadow aus Goch, Dr. Markus Michaelis aus Geldern sowie die Chefärzte Dr. Kerem Bulut (Innere) und Karsten Thiel (Kinderarzt) aus dem St.-Clemens-Hospital Geldern intensiv und regelmäßig aus. Ihr gemeinsames Anliegen: Aufklärung rund um das Thema Magen-Darm-Trakt, Fachweiterbildungen zu neuen Behandlungsstrategien im Qualitätszirkel und die gemeinsame Versorgung ihrer Patienten.

Der Gocher Teil des Netzwerkes: Dr. Hans Olejnik und Dr. Karsten Gadow. FOTO: van Offern

In der Praxis läuft der Austausch unkompliziert: Können größere Eingriffe in den Praxen nicht fortgeführt werden, erfolgt eine rasche Überweisung ans Krankenhaus. "Falls erforderlich, können wir sehr schnell reagieren", erklärt Dr. Bulut. Dr. Michaelis aus der internistischen Gemeinschaftspraxis in Geldern bestätigt: "Im Akutfall stimmen wir uns kurz telefonisch ab, zum Beispiel wenn es um die Abtragung größerer Darmpolypen geht. Die Weiterbehandlung im St.-Clemens-Hospital erfolgt manchmal am selben Tag oder am nächsten Morgen, damit dem Patienten eine erneute Vorbereitung des Darms auf den Eingriff erspart bleibt." Auch umgekehrt können Patienten auf ein eingespieltes Prozedere vertrauen. Die nachstationäre Behandlung erfolgt wohnortnah in einer Praxis. "Ein klarer Service im Sinne des Patienten", findet Dr. Gadow.

Therapeutisch ergänzen sich die Kooperationspartner perfekt. "Wir bieten auch eine Untersuchung per Dünndarmkapsel an, die unter anderem indiziert ist zur Abklärung von Blutarmut", betont Dr. Olejnik. Das Gelderner Krankenhaus punktet mit High-End-Geräten, beispielsweise zur Gewebepunktion. Weitere Neuerungen sind geplant. "Die Bauarbeiten für einen dritten Endoskopieraum haben begonnen", freut sich Dr. Bulut. "Ab Ende des Jahres kommt hier unsere neue ERCP-Einheit zur Darstellung und Behandlung der Gallen- und Bauchspeichelgänge zum Einsatz." Ein weiterer Vorteil in Geldern ist die sehr gute Zusammenarbeit mit der Allgemeinchirurgie des Krankenhauses, die in allen Fragen der operativen Planung sofort von den Kollegen hinzugezogen werden kann.

Seit Karsten Thiel im April die Leitung der Kinder- und Jugendklinik in Geldern übernahm, kommt noch ein weiterer Schwerpunkt hinzu: die Kindergastroenterologie. Der Pädiater ist spezialisiert auf die Abklärung kindlicher Bauchschmerzen. "Dahinter kann sich viel verbergen", weiß Thiel. "Das Spektrum reicht von Verstopfung über Nahrungsmittelreaktionen bis hin zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen." Dafür benötigt der Facharzt spezielle Geräte. Nur neun Millimeter misst das Gastroskop beim Erwachsenen. Für die Untersuchung von Kindern ist das winzige beleuchtete Objektiv noch zu groß. "Das Gastroskop für kleine Kinder misst gerade mal 5,5 Millimeter." Dass Kinder unter anderem auf diese besondere Weise untersucht werden müssen, sei - so der erfahrene Kinderarzt - die schonendste Methode in der Diagnostik. Auch in den Qualitätszirkel will sich der neue Chefarzt einbringen. Eine kindergastroenterologische Fortbildung für die niedergelassenen Ärzte ist in Vorbereitung.

Quelle: RP
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