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Kevelaer
Rektor aus Kevelaer wirbt für die Gesamtschule

Kevelaer. Michael Cuypers stellte in Geldern die Schulform vor. Dort wird gerade über eine Gründung diskutiert. Von Dirk Möwius

Wie stellt man Eltern, die entscheiden sollen, welche Schule ihre Kinder nach der Grundschule besuchen sollen, eine Bildungseinrichtung vor, die es noch gar nicht gibt? Die Stadt Geldern entschied sich dafür, am Beispiel einer Schule aus der Nachbarschaft zu erläutern, wie eine Gesamtschule aussehen könnte. Michael Cuypers, Leiter der Gesamtschule Kevelaer-Weeze, und sein Stellvertreter Christoph Feldmann berichteten in der Aula des Lise-Meitner-Gymnasiums am Dienstagabend, wie ihre Schule funktioniert. Gut 100 Teilnehmer folgten der Einladung zum Infoabend - allerdings keineswegs nur die betroffenen Eltern, sondern in großer Zahl auch Lehrer anderer Schulen und Politiker.

Der Infoabend ist ein Baustein in der Fragebogenaktion, mit der das Meinungsbild der Eltern von Erst- bis Drittklässlern sowie Vorschulkindern im letzten Kita-Jahr abgefragt werden soll. Die Familien sollen sagen, welche Schulen sie sich für Geldern wünschen. Da die bestehende Schule über ihre Arbeit selbst informiert, sollte der Abend helfen, ein konkretes Bild von einer Gesamtschule dazu zu stellen.

Dass das nur ansatzweise möglich ist, betonten die Lehrer aus Kevelaer. Sie zeigten einen Musterstundenplan, berichteten von Lernzeiten statt Hausaufgaben, der verpflichtenden Ganztagslösung, Diagnoseverfahren und Förderung, Kooperationen, die auch Reitstunden möglich machen. Und sie waren ehrlich genug, auch Schwächen nicht zu verschweigen. Das geplante Ideal sei in der Realität nicht immer erfüllbar. Sie betonten, dass man an der Gesamtschule "das echte, wirkliche Abitur" machen könne, aber auch, dass jede Gesamtschule am Ende anders sei. Den konkreten Weg müssten Kollegium und Eltern entscheiden.

Die Stimmen und Fragen aus dem Publikum zeigten schnell, dass es keine grundsätzliche Ablehnung der Schulform Gesamtschule gibt. Die Eltern würden ein solches Angebot als Wahlmöglichkeit durchaus befürworten. Sorgen bereitet die Kurzfristigkeit des Projekts. Lässt sich eine Gesamtschule bis zum übernächsten Schuljahr aus dem Boden stampfen?

Quelle: RP
 
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