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Kevelaer
„Schwiegermutter-Gift“ gegen Tiere

Kevelaer: „Schwiegermutter-Gift“ gegen Tiere
In Offenburg hat ein 14-Jähriger einen Gleichaltrigen erstochen. FOTO: Gerhard Seybert
Kevelaer. Möglicherweise ist der Labradormischling "Julchen" aus Kevelaer dem selben Gift-Täter zum Opfer gefallen wie seine Leidensgenossen aus dem Geldernerraum. Von Christian Herrendorf und Anja Settnik

Wie die Polizei jetzt mitteilte, steht inzwischen fest, dass die Fälle vergifteter Hunde und Vögel Anfang Juli mit Absicht verübte Taten waren. Die Beamten hatten an der Stadtgrenze zwischen Geldern und Straelen Eier sichergestellt, die sie im Labor untersuchen ließen. Die Eier enthielten das Pflanzengift E 605 (Parathion), das im Volksmund "Schwiegermutter-Gift" heißt, weil es früher oftmals im Zusammenhang mit Morden in der Familie und Selbstmorden auftauchte.

E 605 ist heute nicht mehr frei erhältlich. Die Polizei bittet Spaziergänger und Tierbesitzer daher um Vorsicht, weil der Kontakt mit E 605 gesundheitsgefährdend ist. "Es passiert ganz sicher nicht, dass aus Versehen Pflanzengift in Eier gelangt", erklärte Polizeisprecher Ingo Schankweiler. "Das war kein Dumme-Jungen-Streich." Über das Motiv spekulieren die Beamten noch. Schankweiler: "Wir gehen nicht davon aus, dass jemand ein persönliches Motiv hatte, weil die Köder auf einem bekannten Spazierweg ausgelegt waren. Ob es sich aber um einen Tierhasser oder jemanden handelt, der ,Trophäen' sammeln will, ist offen."

Das Pflanzengift E 605 ist in reinem Zustand farblos und nahezu geruchslos. Es zählt zu den Kontaktgiften und darf daher nicht mit der Haut in Berührung kommen. Zu den gesundheitlichen Folgen zählen Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüche, Muskelzuckungen, Kopfschmerzen, Atemlähmungen und Krämpfe.

In Kevelaer war Stephanie Bauer-Treutler Anfang Juli mit dem Hund einer Verwandten unterwegs gewesen, als das Tier in einen Graben sprang, mit Schaum vor dem Maul wieder hervor kam und Stunden später einging, obwohl sich ein Tierarzt sofort seiner angenommen hatteWer für die Giftköder verantwortlich ist, blieb bisher unbekannt.

Quelle: RP
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