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Kevelaer
Sie packen sich Wettens grünen Müll

Kevelaer: Sie packen sich Wettens grünen Müll
Alle Hände voll zu tun haben Heinz Goossens (l.) und Willi Mercus mit dem Grünschnitt in Wetten. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Kevelaer. Zum ersten Mal wurden die Gartenabfälle bei den Bürgern in der Ortschaft, wie in ganz Kevelaer, abgeholt. Grünschnitt landet im Kompostwerk Goch. Schönmackers zufrieden mit der Premiere. Von Michael Klatt

Die Tour durch Wetten beginnt, passenderweise, in der Grünstraße. Heinz Goossens und Willi Mercus schalten, zusätzlich zu dem orangefarbenen Rundumlicht, die Warnblinkanlage an, als sie mit ihrem Lkw der Firma Schönmackers die ersten Bündel am Straßenrand ansteuern. Die liegen in Fahrtrichtung links, deshalb springt nach dem Anhalten Goossens als Fahrer aus der Kabine. Mit wenigen Schritten ist er bei den Ästen und Zweigen. Viermal packt er zu und befördert das zusammengeschnürte Holz in die Ladeluke des Fahrzeugs, einige Einzelteile wirft er hinterher. Nach nicht mal zwei Minuten geht es weiter.

Kurz nach elf Uhr ist es. Doch der Arbeitstag begann für Goossens und Mercus viel früher. Seit 5.45 Uhr sind sie unterwegs. Twisteden haben sie hinter sich, die Siedlung Klinkenberg in Kevelaer auch. Sperrige Gartenabfälle abholen, lautet ihr Auftrag. Zum ersten Mal wird in der Marienstadt der Grünabfall auf diese Art und Weise entsorgt. Goossens, der am Tag zuvor schon in der Kevelaerer Innenstadt umherfuhr, zieht eine positive Zwischenbilanz. "Die Leute bündeln sehr gut, wir mussten nichts zurücklassen." Es kam so viel Grünschnitt zusammen, dass er sogar ein zweites Mal los musste.

Schutzhandschuhe zu tragen, ist bei den vielen Dornen und Stacheln Pflicht. FOTO: Seybert

Ob die rund 20 Kubikmeter Ladevolumen für Wetten reichen? "Ich denke schon, dürfte aber voll werden", sagt Goossens. Und der Zeitaufwand lasse sich überhaupt nicht abschätzen. Die Fahrer kennen die von den einzelnen Bürgern angemeldete Menge nicht.

Und manchmal vergisst jemand, die Pflanzen für den Müll nach draußen zu legen. Von den drei Adressen in der Grünstraße, die Goossens und Mercus auf ihrer Liste haben, müssen sie nur an zwei halten. An der dritten Stelle ist von Grünschnitt nichts zu sehen. Insgesamt 24 Stationen sind in Wetten aufgeführt, nach Alphabet. "Aber wir fahren natürlich, wie es am besten auskommt", erklärt Mercus. Schließlich kennen sie sich im Straßennetz der Ortschaft aus wie in ihrer Westentasche.

Je nachdem, ob die Bündel links oder rechts liegen, springt mal Mercus, mal Goossens aus dem Lkw. Bei größeren Mengen packen beide zugleich an. Koniferen, Lorbeerhecken, Rosenranken und grün-braunes Gestrüpp befördern sie in die große Heckluke. Schutzhandschuhe sind bei den Dornen und Stacheln Pflicht. Manchmal setzt sich die Presse in Bewegung, um die Gartenabfälle zusammenzuschieben und Platz für Nachschub zu schaffen.

Die Premierenfahrt der Schönmackers-Männer bleibt nicht unbemerkt. "Ja, Willi, das machst Du gut", ruft eine Frau auf der Franz-Terhoeven-Straße. Maria Büren heißt sie, und das neue Abfuhrsystem begrüßt sie. "Sonst weiß man ja gar nicht, wohin damit."

Goossens und Mercus haben derweil schon die nächste Adresse im Visier. Hin und wieder muss der Fahrer rückwärts rangieren. Und am Donnerstag sorgten ungünstig geparkte Autos für Engpässe. Doch in Wetten läuft alles glatt.

Rundum zufrieden mit der neuen Grünabfall-Abfuhr ist Bernd Steinings, Einsatzleiter bei Schönmackers. Stadt und Presse hätten gute Vorarbeit geleistet, und für die Bürger sei es einfacher, die Pflanzenbündel mit einem Maximal-Längenmaß von 1,20 Meter zu schnüren und abholen zu lassen. Alleine am Donnerstag kamen rund sieben Tonnen Grünschnitt zusammen. Die landen auf dem Kompostwerk der Kreis Klever Abfallgesellschaft (KKA) in Goch. Die KKA rechnet den Service dann mit der Stadt ab.

Quelle: RP
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