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Kreis Kleve
20 Prozent mehr Pendler im Kreis

Kreis Kleve. Immer mehr Pendler im Kreis Kleve: Zuletzt verließen 30 Prozent aller Berufstätigen auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen des Kreises - 20 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt. Die IG BAU Duisburg- Niederrhein beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Danach zählt der Kreis Kleve rund 32.000 sogenannte Auspendler. Die Gewerkschaft nennt den Trend alarmierend: "Immer mehr Menschen müssten immer weitere Strecken zur Arbeit zurücklegen - und verbrächten immer mehr Lebenszeit im Stau", kritisiert Bezirkschefin Karina Pfau. Dafür sei maßgeblich auch eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in den Ballungsgebieten verantwortlich.

"Seit Jahren hält das Angebot bezahlbarer Wohnungen nicht mit dem Bedarf Schritt. Wir haben gerade in den größeren Städten eine gute Entwicklung bei den Arbeitsplätzen, aber für die Menschen wird es immer schwieriger, sich dort auch eine Wohnung zu leisten", sagt Pfau. Strecken von über 50 Kilometern bis zum Betrieb seien gang und gäbe. Dies belaste nicht nur die Umwelt, sondern auch die Nerven und die Gesundheit der Betroffenen.

Die IG BAU fordert ein Umdenken in der Wohnungspolitik. "Die öffentliche Hand muss viel mehr investieren", betont Pfau. Dafür müsse es eine deutlich bessere Förderung geben - etwa durch höhere Abschreibungen und gezielte KfW-Programme. Um die Berufspendler im Kreis zu entlasten, müsse mittelfristig jedoch auch die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden, fordert Pfau. "Wir brauchen bessere Schienennetze und mehr Radwege. Aber auch bei Straßen und Brücken ist der Nachholbedarf groß."

Die Entwicklung im Kreis ist nach Angaben des BBSR Teil eines bundesweiten Trends: Im Jahr 2015 pendelten 60 Prozent aller Beschäftigten zum Arbeitsplatz. Durchschnittlich legten sie dabei 16,8 Kilometer zurück. 15 Jahre zuvor lag die Pendlerquote in Deutschland noch bei 53 Prozent.

Quelle: RP
 
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