| 00.00 Uhr

Kleve
Arbeiten mit Beuys

Kleve: Arbeiten mit Beuys
FOTO: Evers Gottfried
Kleve. Im Rahmen der Reihe "Resonanzraum Kunst" fand jetzt ein Zeitzeugengespräch im Museum Kurhaus statt. Wilhelm van den Boom und Dr. Hans Hermann Schröer berichteten über das Leben mit Joseph Beuys. Auch unser Fotograf Gottfried Evers erinnert sich - in Wort und Bild. Von Julia Lörcks (Texte & Layout)

Mein erstes Foto von Joseph Beuys entstand in der Klever Innenstadt im Jahr 1976. Damals war die Kavarinerstraße gerade als Fußgängerzone fertiggestellt worden. Stadtdirektor Dr. Hans Hermann Schröer (l.) lud Joseph Beuys zum Austausch und Dialog ein. Genauer gesagt wollte er von ihm wissen, ob man die Kavarinerstraße künstlerisch aufwerten kann. "Am besten alles abreißen", entgegnete er ihm trocken. Das kam gar nicht gut an. Auch sein Vorschlag, an der Ecke Kavarinerstraße / Große Straße ein riesiges Loch zu buddeln und dieses dann mit einer Glasplatte abzudecken, so dass die Klever das Leben in der Kanalisation live miterleben können, stieß auf wenig Gegenliebe. So hatte sich Stadtdirektor Schröer Kunst in Kleve nicht vorgestellt.

Mein Lieblingsfoto: Der Hut am Kleiderhaken, darunter ein Bügel, alles vor weißer Wand – mehr bedurfte es damals nicht. Die Komposition war perfekt – mein Lieblingsfoto von Joseph Beuys. Das Foto stammt ebenfalls aus dem Jahr 1976, als Beuys Stadtdirektor Schröer besuchte. Die Aufnahme entstand im Vorzimmer des Rathauses. Beuys ohne Hut – das hat Seltenheitswert.

Mein bekanntestes Foto ist sicherlich Joseph Beuys vor Schloss Gnadenthal. Es zeigt Beuys so, wie man ihn kennt oder wie man ihn sich vorstellt: mit Hut und Weste, mit Mantel und einer ausdrucksstarken Mimik und Gestik. Das Foto entstand 1978 nach einer Fotosession mit dem Zeit-Magazin. Der berühmte Fotojournalist Gerd Ludwig sollte Beuys, der damals in der Kunstszene unheimlich präsent war, an seinen alten Wirkungsstätten ablichten. Die Redaktion bekam Wind davon und schickte mich zum Schloss.

 

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kleve: Arbeiten mit Beuys


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.