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Bedburg-Hau
Das Wuppertrio zu Gast auf Schloß Moyland

Bedburg-Hau. Unter dem Motto "Sehnsucht nach Meer" hatte die Gemeinde Bedburg zur Sommermatinee in den Zwirnersaal von Schloß Moyland geladen. Musikalische Gäste waren Sayaka Schmuck (Klarinette), Axel Hess (Violine und Viola) und Benyamin Nuss (Piano), die sich zum Wuppertrio zusammen gefunden haben. Von Wolfgang Dahms

Eine nicht so häufig zu hörende Instrumentenkombination, die noch den zusätzlichen Vorteil hatte, dass Axel Hess an diesem Morgen sowohl Violine als auch Viola im Wechsel spielte. Der Einstieg gelang elegant mit der klassischen Triovariante aus dem "Gassenhauer-Trio" von Ludwig van Beethoven. Besonders ist hier die Spielfreude der drei Musiker hervorzuheben und beeindruckend wie das "Zuspiel" der musikalischen Ideen insbesondere im Adagio-Teil zwischen Klarinette und Viola gelang. Gleich zu Beginn der Matinee wurde klar, dass es der Gemeinde Bedburg-Hau wieder einmal gelungen war hervorragende Instrumentalisten für die Matinee zu gewinnen. Von hohem Wiedererkennungswert für das Publikum die bekannte Meditation für Violine und Klavier aus der Oper "Thais" von Jules Massenet.

Im feinen Zusammenspiel zwischen Axel Hess und Benyamin Nuss gelang eine beeindruckend feinfühlige Interpretation dieses populären Werkes. Der 1. Teil der Matinee endete ganz in der romantischen Tradition stehend mit 2 Teilen aus den "Acht Stücken opus 83" für Viola, Klarinette und Klavier von Max Bruch. Das im Jahre 1910 in Berlin entstandene Opus gab besonders Klarinettistin Sayaka Schmuck und Axel Hess an der Viola die Gelegenheit ihr ganzes Können und die Bandbreite ihrer Instrumente zu zeigen.

Nach der Pause trat der junge Benyamin Nuss ganz locker vor das Publikum und sagte: "Es ist so schönes Wetter heute, ich improvisiere jetzt ein Stück am Piano für Sie!" Und wie er improvisierte! Ein langsames Thema entwickelte sich zu einer Jazzimprovisation vom Feinsten, die das Publikum faszinierte.

Hier konnte man deutlich erkennen, wie "heimisch" sich der Pianist neben der Klassik auch in den Jazzharmonien und Jazzrhythmen fühlt. Den Abschluss dieser hervorragenden Matinee gestaltete das Trio mit dem Werk die "Vier Jahreszeiten" des argentinischen Komponisten Astor Piazolla, der den Tango in die Konzertsäle brachte. Noch einmal Gelegenheit für die drei Akteure ihre hohe Musikalität und Spielfreude unter Beweis zu stellen.

Ein phantastischer Abschluss eines sehr gelungenen Konzertvormittages mit dem sympathischen Wuppertrio, den die Besucherinnen und Besucher mit langanhaltendem Applaus bedachten.

Schon jetzt darf man gespannt sein auf die Herbstmatinee am 6.11. mit dem Kammerduo Pavel Burdych und Zusana Beresova.

Quelle: RP
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