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Kalkar
David Kerkenhoff will die CDU in Kalkar aus ihrem Tief holen

Kalkar. Der Schock sitzt tief. Die Kalkarer CDU hat sich schwer damit getan, zu akzeptieren, dass nicht mehr "ihr" Gerhard Fonck Bürgermeister ist, sondern Dr. Britta Schulz vom Forum. Die Internetseite der Partei, die sich jahrzehntelang auf ihre Mehrheit verlassen konnte, ist in den vergangenen Wochen kaum genutzt worden. Unter "Aktuelles" ist als einer der letzten Beiträge vom "Wahlendspurt" die Rede. Jetzt aber wird tatsächlich etwas Aktuelles vermeldet: Ein neuer Stadtverband wurde gewählt, an der Spitze steht nun der 25-jährige David Kerkenhoff. Klaus-Dieter Leusch, der bisherige Parteichef, bleibt Fraktionschef.

93,3 Prozent gab es auf der Mitgliederversammlung für den neuen Vorsitzenden. Kerkenhoff, der in Grieth lebt, studiert Geschichte und katholische Theologie und arbeitet mit halber Stelle im Xantener Rathaus. Außerdem unterstützt er mit einigen Stunden die CDU-Landtagsabgeordnete Margret Voßeler in ihrem Wahlkreisbüro. "Ich will in der Politik auch beruflich Fuß fassen. Nicht als Abgeordneter, eher als Referent oder in der Verwaltung", erklärt er. Erste Erfahrungen sammelte Kerkenhoff in der Jungen Union, wurde vor einem Jahr in den Kreistag gewählt, ist nun Parteivorsitzender. Er steht für die von den enttäuschten Mitgliedern verordnete Verjüngungskur. 41,5 Jahre alt ist Kalkars CDU-Vorstand jetzt im Durchschnitt. Um das Vertrauen der Bürger zurück zu gewinnen, müsse nun hart gearbeitet werden. "Bürgernähe darf sich nicht nur darin zeigen, dass man Veranstaltungen besucht und die Kirmes eröffnet. Wir wollen wieder erster Ansprechpartner sein für Ideen, Vorschläge, Sorgen und Kritik", sagt Kerkenhoff. Die Frage sei nicht, warum der Bürger nicht verstanden habe, was die CDU leiste, sondern warum man der Partei nicht zutraue, die beste Politik zu machen. Schon ein Jahr vor der Bürgermeisterwahl hatte die Partei von den Wählern bekanntlich einen erheblichen Denkzettel bekommen, nämlich die Mehrheit im Rat verloren. Dass auch der Bürgermeister abgewählt werden würde, war vorher von kaum jemandem erwartet worden.

Die "Neuen" im Stadtverband: Stellvertreter sind Annika Kempkes, Paul Aymans und Sven Wolff, Kassierer ist Ansgar Bossmann, Schriftführerin Kristin Wälbers, ihr Stellvertreter Daniel Derix. Öffentlichkeitsarbeit: Korkut Berdi.

(nik)
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