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Kreis Kleve
"Der Kreis ist sicher"

Kreis Kleve. Landrat Wolfgang Spreen stellte die Zahlen der Kriminalstatistik des Jahres 2009 des Kreises Kleve vor und sprach von einer "positiven Kriminalitätsentwicklung". Die Aufklärungsquote ist hoch, die Zahl der Gewalttaten gesunken. Von Michael Baers

Das wandhohe Graffito im Konferenzraum der Klever Polizei fand keinen Einzug in die vorgestellten Zahlen – schließlich handelt es sich dabei um das grün-rote Logo der Kreispolizeibehörde. Insgesamt verzeichnete diese im vergangenen Jahr 22 976 Straftaten, im Vergleich zu 2008 ist das eine Steigerung um 3,8 Prozent. Der Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr/Strafverfolgung, Günter Lange, sprach angesichts dieses Anstiegs aber von einer "normalen Schwankungsbreite".

"Die Aufklärungsquote konnte mit insgesamt 56,6 Prozent nochmals leicht gesteigert werden und befindet sich damit seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau über dem Landesschnitt", bilanzierte Behördenleiter Wolfgang Spreen.

Den Erfolg erklärte Lange mit der "effizienten Strukturierung und personellen Konzentrierung der Arbeitskräfte". Ein Beispiel: die "Ermittlungskommission Speiche", die sich intensiv mit Fahrraddiebstählen beschäftigt. Vor 13 Jahren gab es noch rund 5500 solcher Straftaten, 2009 waren es 2644. Bei den Vierrädern stieg die Zahl der Diebstähle um drei Fahrzeuge an (143), die Zahl der Diebstähle aus den Autos hingegen kletterte kreisweit um knapp 250 auf 1153. Besonders begehrt bei den Langfingern hier: Navigationssysteme.

Häufig Beziehungsdelikte

Stolz ist man bei der Polizei auf die Aufklärungsquote von gut 80 Prozent bei den Gewaltdelikten. Allerdings, so gab auch Lange zu bedenken, handelt es sich bei Morden, Vergewaltigungen oder beispielsweise gefährlichen Körperverletzungen (2008: 659, 2009: 614) häufig um "Beziehungsdelikte". Sprich, Täter und Opfer kannten sich, was die Ermittlungen natürlich erleichtert.

Die Zahl der Raubstraftaten, von denen im Schnitt jede zweite aufgeklärt werden konnte, sank von 122 auf 108, die 1690 Körperverletzungen (darunter 135 Fälle häuslicher Gewalt) "stagnierten auf erfreulich niedrigem Niveau", so Lange (Aufklärungsquote 89,9 Prozent). Anders sieht es bei der "Straßenkriminalität" aus, also beispielsweise Diebstählen und Erpressungen: nur jeder fünfte Fall konnte hier aufgeklärt werden (6573 insgesamt, 29 Prozent davon waren Fahrraddiebstähle).

Lange versprach "die Aufmerksamkeit zukünftig verstärkt auf die Wohnungseinbrüche" zu legen, da diese Straftaten "die Bürger in besonderer Weise" beträfen. 2009 stieg die Zahl um knapp 50 auf 395 – auch hier konnte nur etwa jede fünfte Tat aufgeklärt werden. Deutlich zugenommen haben die sogenannten "Tageswohnungseinbrüche" (2008: 70, 2009: 107).

Paul Sent, Abteilungsleiter Verwaltung/Logistik, berichtete davon, dass 2009 bei der Kreispolizeibehörde 1148 Schusswaffen – insgesamt gibt es kreisweit etwa 7500 registrierte Waffenbesitzer – abgegeben und vernichtet wurden. Gemeinsam mit Spreen lobte er die Vernunft derjenigen, die ihre Waffen – auch im Rahmen der eingeführten Amnestieregelung – bei der Polizei abgaben.

Quelle: RP
 
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