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Rp-Serie Unsere Seelsorger (32): Pastor Theodor Van Aaken
Ein Priester, der mit anpackte

Rp-Serie Unsere Seelsorger (32): Pastor Theodor Van Aaken: Ein Priester, der mit anpackte
Beim Kirchenchor 1969 - Pastor van Aaken in der unteren Reihe rechts außen. FOTO: NN
Kleve. Der in Uedem geborene Geistliche war von 1959 bis 1973 Pfarrer von St.-Vincentius in Asperden. Er starb in Südtirol. Von Werner Stalder

GOCH-ASPERDEN "Ich hatte stets das Gefühl, ihm fehlte die Familie. Er wäre auch ein guter Vater geworden", sagt Gustav Flören (93) über Theodor van Aaken, der von 1959 bis 1973 Pfarrer von St.-Vincentius in Asperden war. Als Nachbar kam der Pastor oft in das Haus der Familie Flören. Ab 1958 war Gustav Flören im Kirchenvorstand und war dabei, als der neue Pfarrer 1959 als Nachfolger von Pastor Johannes Mott in Asperden eingeführt wurde. Als am 1. April 1963 der Rendant Stephan Bodden starb, wurde Gustav Flören sein Nachfolger und hatte damit stets Kontakt zu dem beliebten Seelsorger. "Er war immer froh, wenn ich ihm Verwaltungsaufgaben abnehmen konnte", sagt der frühere kaufmännische Angestellte. Sein priesterliches Leben war so imponierend, dass beispielsweise der heutige Professor Dr. Arnold Angenendt im Februar 1963 in Asperden seine Primiz feiern konnte.

Theodor van Aaken wurde am 13. August 1913 in Uedem geboren. Am 18. Dezember 1937 wurde er im Dom zu Münster von Bischof Clemens August Graf von Galen zum Priester geweiht. Zunächst war er Kooperator in Thüle und Obertundorf, ab 1938 Kaplan in Liesborn. Von 1940 bis 1945 war er als Sanitäter im Militärdienst eingesetzt. Nach der Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft wurde er 1946 Kaplan in Bottrop, Herz-Jesu.

Leichenhallenbau Anfang 1968 - Pastor Theodor van Aaken hilft mit. FOTO: privat

1954 wurde er Kaplan in Goch Maria-Magdalena, bis er seit 1959 tatkräftig als Pastor in Asperden wirkte. 1971 wurde er in sein Amt als Dechant des Dekanates Goch eingeführt. Am Ende einer Urlaubsreise zum heiligen Franz von Assisi starb er plötzlich und unerwartet am 21. Juli 1973 in Seis/Südtirol.

Eine große Schar Trauergäste verabschiedete sich von dem unvergessenen Priester, der auf dem Friedhof in Asperden seine letzte Ruhestätte fand. Pastor van Aaken war wegen seiner gütigen, freundlichen und hilfsbereiten Art in den fast 14 Jahren seiner Seelsorge sehr beliebt. Er bewirkte viel.

Die Kirche musste ein Gewölbe erhalten, Fußboden und Bänke waren zu erneuern, eine neue Orgel und Orgelbühne mussten beschafft werden, und der bekannte Künstler Kloß schuf schöne Fenster. Die Neugestaltung des Chorraumes und die Errichtung eines neuen Altares, von ihm geplant und vorbereitet, konnte er nicht mehr erleben. Unter der Initiative von Pastor van Aaken wurde das Jugendheim errichtet und ein neuer Kindergarten gebaut. Dazu kamen ein Wohnhaus für die Kirchenangestellten, die Erweiterung des Friedhofs und der Bau einer Leichenhalle.

Wichtiger als der materielle Aufbau war ihm der geistige Aufbau seiner Gemeinde. So sorgte er 1964 dafür, dass in Asperden eine Dorfhelferin angestellt wurde, die in Familien tätig war, wo eine Mutter fehlte oder bei anderen Notlagen. In den Schulen war Pfarrer van Aaken tätig, er förderte die Zusammenarbeit mit Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand, und für die Senioren der Gemeinde hatte er ein besonderes Herz.

Er veranstaltete für die Rentner jeden Monat einen eigenen Tag. Er kümmerte sich um die Siedlergemeinde Nierswalde, die gute Gestaltung der Gottesdienste war ihm wichtig, und in ausgesprochen ökumenischer Haltung bemühte er sich um die Überwindung der Trennung der Christen.

Ein beliebter Priester und ein gütiger Mensch ging allzu früh von seiner Gemeinde.

Quelle: RP
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