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Schwerpunkt 50 Jahre Museum Kalkar
Eine Geschichte für Generationen

Schwerpunkt 50 Jahre Museum Kalkar: Eine Geschichte für Generationen
Kalkars Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz erööffnete die Kalkarer Ausstellung zum Jubiläum des Museums FOTO: Stade Klaus-Dieter
Kalkar. Zum Geburtstag präsentiert das Stufengiebelhaus eine Ausstellung mit Werken aus der eigenen Sammlung: Mit Bildern von Heinrich Nauen und Hermann Teuber. Von Matthias Grass

Kalkar Das Pferd steigt auf und wirft wie verspielt seinen Kopf zurück. Die Kraft und Dynamik des schnell und plakativ aufs Bild gesetzten Pferdes geht auf das Plakat über, das voller Spannung steckt - auch wenn es noch im kleinen Format in schwarz-weiß gedruckt ist. Das Pferd steht am Beginn einer langen Geschichte: Am 13. Oktober 1966 eröffnete nämlich die erste Ausstellung eines neuen Museums: "Heinrich Nauen", steht in roten klaren Buchstaben über dem Pferd, fett gesetzt im satten Schwarz darunter: Museum Kalkar.

Am 13. Oktober wird das Museum Kalkar also 50 Jahre alt. Zur Jubelfeier hat die Museumscrew der Freunde Kalkars eine Wand des Hauses mit den Plakaten ausstaffiert, die von dieser langen Geschichte erzählen: Von der Radziwill-Ausstellung mit einer beachtlichen Werkauswahl des magischen Realisten, von der Einrichtung von Claus van Bebber zum Bornschen Feld 1991, die in einer großen Aktion auf eben jenem Feld mündete, von Joseph Beuys, dessen Lithographien und Radierungen 1985 in Kalkar zu sehen waren.

Blick auf Kalkar aus dem Jahr 1950 von Lachemeyer. FOTO: RP-Foto (3) Klaus Stade

An einem Museum müssen Generationen arbeiten, zitierte Kalkars Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz den einstigen Redaktionsleiter der Rheinischen Post in Kleve, Alois Puyn. Der war ein ausgemachter Freund Kalkars und ein Freund der Museen. In Kalkar haben die Bürger bereits zwei Generationen Museumsarbeit hinter sich. Mit all' den Höhen wunderbarer Ausstellungen, aber auch mit allen Tiefen, als man sich 1994 vom damaligen Museumsleiter, dem Historiker Dr. Gerhard Kaldewei trennte. Der leitete später das Museum in Delmenhorst und ist Honorarprofessor der Carl-von-Ossietzky-Universität. Zu Kaldeweis herausragenden Ausstellungen gehörten nicht nur Projekte wie Bornsches Feld oder Ausstellungen aus dem Archiv, er zeigte auch "Getlinger fotografiert Beuys". Seit 1994 wird das Museum wieder von den Freunden Kalkars bespielt, die hier regelmäßig Ausstellungen organisieren.

Am Anfang der Kalkarer "Generationengeschichte Museum" stand Prof. Dr. Jakob Heinrich Schmidt von der Düsseldorfer Kunstakademie, der als Ruheständler in Kalkar lebte und maßgeblich an der Konzeption des Museums beteiligt war. 1976 gelang es dann, die Baulücke zwischen Museum und Stadtarchiv zu schließen - es entstanden drei kleine Museumssäle in drei Etagen, die für die Wechselausstellungen dienen.

Hier zeigt das Museum zum Jubiläum Bilder aus seiner Sammlung. Das beginnt im Erdgeschoss mit Ansichten der Nicolai-Stadt. Im Saal darüber die Vogelschauen von Kalkars typischem Stadtgrundriss und Andreas Vesalius' Ansichten vom menschlichen Körper aus einem schweren Folianten, der 1783 gedruckt und in kostbares Leder gebunden wurde. Zu sehen ist auch das Porträt des Kalkarer Bürgermeisters Henrik van Soeteren (1610 bis 1680) von einem unbekannten Meister. Nicht zu vergessen die kleinen Stiche Jan de Beijers. Vorbei an Günther Zins' filigraner Wandskulptur und an Nauens Grabstein nach einem Entwurf von Mataré und ausgeführt von Joseph Beuys gehts in die Kalkarer Geschichte: Wunderbare Gemälde von Hermann Teuber - unter anderem seine Martinskinder - und wieder Nauens Werke erzählen von Kalkar, nachdenklich wirkt Pankoks "In der Bauernstube". Nicht zu vergessen die Skulpturen von Alfred Sabisch, dessen Altar einst die Nicolai-Kirche zierte.

Eine Übersicht über Veranstaltungen zu Jubiläumsausstellung ist im Museum erhältlich.

Quelle: RP
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