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Kalkar
Forum Kalkar möchte Kunstausstellungen vor dem Taubenturm

Kalkar. Einst war Kalkars "Taubenturm" künstlerische Heimat verschiedener lokaler Künstler und damit eine über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Sehenswürdigkeit. Inzwischen ist das idyllisch gelegene Gebäude ein wenig ins Abseits und damit aus dem Blick geraten. Schade, finden die Mitglieder des Forum und wollen sich nun dafür einsetzen, dass der "Düffs-Törm" oder "Duive-Törm" wiederbelebt wird. Gedacht ist an eine Dauerausstellung unter freiem Himmel. Metalltafeln mit Reproduktionen der Arbeiten verschiedener Künstler des Taubenturms sollen Einheimische und Besucher der Stadt für die Geschichte des Turmes interessieren. Aber auch einige ander Flächen könnten für ähnliche Zwecke genutzt werden. Von Anja Settnik

Die mittelalterliche Stadtmauer Kalkars war bis zum Ende des 16. Jahrhunderts mit 16 Türmen besetzt. Von der ehemaligen Stadtbefestigung existieren nur noch ein kleiner Rest und eben der Taubenturm, der zum Teil noch im ursprünglichen Zustand ist. Lediglich im oberen Bereich hat er eine bauliche Veränderung erfahren; auf dem Rundturm sitzt ein sechseckiger Aufbau samt Schieferhaube mit Wetterfahne. Das hochdeutsch "Diebesturm" genannte Gebäude hat nach Recherchen der Stadt wohl zumindest zeitweilig als Gefängnis gedient - drum mussten die Diebe dort hinein. Der Name Taubenturm soll sich im Lauf der Zeit sprachlich von "Dueff" (Dieb) in "Duive" (plattdeutsch für Tauben) gewandelt haben. Der kleine Wohnraum diente zeitweilig Künstlern wie Heinrich Nauen, Hermann Teuber und Alfred Sabisch als Atelier. Bis heute ist er ein beliebtes Fotomotiv, doch das ist nicht genug, findet zum Beispiel Lutz Kühnen, Fraktionschef des Forum. Er beantragt deshalb bei der Bürgermeisterin, das Einverständnis des Rates zur Nutzung ausgewählter öffentlicher Flächen als Ausstellungsflächen für Kunstobjekte einzuholen.

"In der jüngeren Vergangenheit werden erfreulicherweise vermehrt Anstrengungen unternommen, die Stadt Kalkar nicht nur als ,Schlemmermeile des Kreises', sondern auch als Kunsthochburg zu etablieren", erklärt Kühnen und verweist auf die Gründung der "Kunstakademie Kalkar" sowie die Bemühungen zur künftigen Nutzung des Hauses Alfred Sabisch. Um diese Entwicklung zu unterstützen schlage seine Fraktion das Projekt "Kunst und Schafe Schwanenhorst / Stadtpark (KUSSS)" vor.

Dabei würden die städtischen Freiflächen entlang der Straßen Am Stadtpark, Am Schwanenhorst und Op de Wacht als Ausstellungsflächen für Kunstwerke zur Verfügung gestellt. Multifunktional ausgelegte Fundamente könnten über Sponsoren finanziert werden. "Die Ausstellungsflächen könnten der Öffentlichkeit im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des 775. Jahrestages der Verleihung der Stadtrechte im Herbst kommenden Jahres erstmalig mit Kunstwerken präsentiert werden", heißt es im Antrag. Vorausgesetzt, es finden sich Sponsoren und engagierte Betreiber. "So würde auch das Fachmarktzentrum besser an das Stadtzentrum angebunden, denn in den Grünanlagen existieren Wege und Brücken, die Kalkarer dann vielleicht vermehrt nutzen würden", meint Kühnen.

Quelle: RP
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