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Kranenburg
Galerie Ebbers zeigt Jürgen Paatz

Kranenburg: Galerie Ebbers zeigt Jürgen Paatz
Jürgen Paatz in der Galerie Ebbers in Kranenburg. FOTO: eve
Kranenburg. "Gruß aus der Küche" titelt die Ausstellung in der Kranenburger Galerie Ebbers, die am Wochenende eröffnet wurde. Sie zeigt 14 neue Gemälde des Klever Künstlers. Zuletzt waren seine Bilder in Köln und Kleve zu sehen. Von Matthias Grass

Wenn er malt, dann spielt der Pinsel kaum eine Rolle. Es wird gespachtelt, gestrichen, mit Küchenpapier gewischt, mit der Hand ins Bild gearbeitet. Jürgen Paatz ist dann mit vollen Einsatz dabei, streicht die Farbmasse aus Eitempera auf die Leinwand, mischt neue Farben hinein, fügt noch andere hinzu. Er rauht die Oberfläche auf, glättet sie da, zieht dort Furchen in die pastose Masse, kratz an andere Stelle wieder Spuren in die Farbe. Der Maler arbeitet mit der Tempera, wie andere mit Aquarellfarben: "Wenn die Farbe trocken ist, ist das Bild fertig", sagt er. Dann wird es begutachtet, geprüft, abgewogen - und nicht selten auch als zu leicht empfunden und zerstört. Der Akt des Malens ist intuitiv, ungeplant. "Das Eine entsteht aus dem Anderen - das ist ein flüssiger Prozess, ein permanentes Hineinarbeiten ins Bild", sagt Paatz. Er beginne mit pastosem Farbauftrag, der "wie dicker Honig träge verläuft", sagt er.

Sharon und Klaus Ebbers zeigen jetzt den 1943 in Wernigerode geborenen Maler und Meisterschüler von Georg Meistermann, der 1971 den Villa Romana Preis bekam und seit 1982 sein Atelier in Kleve hat. Zwischenzeitlich hatte einen Lehrauftrag in Karlsruhe inne. Seine Werke waren erst jüngst im Kölner Columba-Museum zu sehen und wurden vor zwei Jahren im Museum Kurhaus Kleve präsentiert. "Wir wollten seine Arbeit zeigen, wir hatten Lust dazu, endlich auch seine Bilder präsentieren zu können", sagt Sharon Ebbers und wendet eines der kleineren Bilder ins Schräglicht, das die in die Oberfläche eingearbeiteten Strukturen noch mal besser heraushebt.

14 kleiner und mittlere Formate haben Ebbers und Paatz herausgesucht zur Ausstellung "Gruß aus der Küche". Daher auch der Titel. Paatz, eigentlich auf großen Formaten unterwegs, betrachtet sie als Appetitanreger, bezieht sich mit dem Titel aber auch auf den Küchenkrepp, den er benutzt, um die Oberflächen zu bearbeiten und der oftmals auch ein blumiges Muster in die Masse drückt. Es herrschen gedeckte Farben auf den Leinwänden vor - kein Wunder, wenn Paatz alle Farben zusammenmischt und sie sich zum erdigen Gemisch vermengen. Es gibt Arbeiten auf Leinwand, welche auf Hartfaser, die an den Rändern rostrot ausfransen. "Es geht um die Materialität - nicht um die Signalwirkung der Farbe", sagt der Künstler. Um die Strukturen, die im Streiflicht Formationen in die Oberflächen zeichnen - und zum langen, stillen anschauen einladen.

Bis 22. November, Do/Fr 15 bis 19 Uhr, Sa 11 bis 15 Uhr.

Quelle: RP
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