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Kalkar
Gymnasium will eine faire Zukunft

Kalkar: Gymnasium will eine faire Zukunft
Für wenige Euro konnten die Besucher gebrauchte Textilien kaufen. Marken waren mal kein Thema. FOTO: Evers
Kalkar. Nach dem Film vom "ökologischen Fußabdruck" Anfang des Jahres gab es jetzt am Kalkarer Gymnasium Projekttage zum Thema. Second-Hand-Mode und Wasserkraft wurden vorgeführt. Von Anja Settnik

"Recycling" kennt jeder - von "Upcycling" ist seltener zu hören. Am Kalkarer Jan-Joest-Gymnasium ist der Begriff jetzt sicherlich kein Fremdwort mehr, denn Lehrerin Marga Rösener führt ihn gerne im Munde. Kein Wunder: Sie hat mit den Schülern aus nicht mehr benötigten Alltagsgegenständen hübsches Neues gebastelt. Eine leere Wasserflasche, die zur Blumenvase wird - ein Beispiel für "Upcycling". Drei Tage lang arbeiteten Kalkars Gymnasiasten in Projekten zum Thema "Fair Future". Die Aktion war die Folge einer Veranstaltung vor eingien Monaten. Damals war den Schülern die Multivisionsshow "Der ökologische Fußabdruck" gezeigt worden.

"Es war unser Anliegen, die Schüler nicht einmalig auf ökologische Themen zu stoßen, sondern den Bereich längerfristig in den Unterricht einzubinden", erklärt Marga Rösener. Nahe liegend, eine (dreitägige) Projektwoche der Sache zu widmen. In allen Klassen wurde in verschiedenen Fächern an Fragen der Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber Umwelt und Mitmenschen gearbeitet. Dabei waren keinesfalls nur die Klassenlehrer eingebunden, sondern ebenso die Fachlehrer. Ökologische Fragen berühren schließlich Geografie, Geschichte und Politik genauso, wie sich zum Beispiel technisch darauf antworten lässt. Für Physiklehrer etwa war es mal etwas anderes, mit Holz zu arbeiten: "Wir haben Wasserräder hergestellt, mit denen wir umweltfreundlichen Strom erzeugen können", erklärt ein Sechstklässler. Er simuliert durch Drehen einer Kurbel den strömenden Fluss, der ein Schaufelrad und in der Folge einen Dynamo in Bewegung setzt. Der lässt schließlich eine Glühbirne leuchten. Die Mädchen, die Smoothies oder fleischlose Snacks hergestellt haben, sind ebenso stolz auf ihre Leistung. Bei einer Modenschau wurden gespendete Hosen und T-Shirts vorgeführt. Markenkult hatte dabei keine Chance; aufs Wiederverwenden kam es an. Plötzlich war "Second Hand" schick - der Jubel der Zuschauer sprach für sich. "Die Projekte sollten weitgehend ohne Geld auskommen. Vorwiegend wurden Spenden eingeholt, nur für wenige Artikel trat die Schule in Vorleistung. Den Erlös werden wir einer Eine-Welt-Aktion spenden", erklärte Marga Rösener. Klar, dass auch die Woll- und Stoffreste, aus denen die Schüler Handytaschen, Schlüsselanhänger und Dekoratives bastelten, gespendet waren. Die älteren Schüler widmeten sich Themen wie Elektroschrott oder Armutsflüchtlingen. Dabei lernten sie nicht zuletzt, dass Migration kein neues Thema ist: Die Pfälzer, die heute in Louisendorf oder Pfalzdorf leben, verließen im 18. Jahrhundert ihre Heimat, um in Amerika ihr Glück zu suchen. Sie strandeten bekanntlich am Niederrhein und wurden dort heimisch.

Quelle: RP
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