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Sonja Northing
"Ich mach' es noch schöner in Kleve"

Sonja Northing: "Ich mach' es noch schöner in Kleve"
Bürgermeisterkandidatin Sonja Northing im Gespräch mit RP-Redakteur Matthias Grass. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Die parteilose Leiterin des Fachbereichs Arbeit und Soziales möchte Bürgermeisterin der Kreisstadt werden. SPD, FDP und Offene Klever (OK) haben sie aufgestellt. Northing hofft, im ersten Wahlgang gewählt zu werden.

Sonja Northing ist parteilos. Aufgestellt wurde sie von SPD, FDP und Offenen Klevern, sie ist bis jetzt Leiterin des Fachbereichs Arbeit und Soziales, ist 47 Jahre alt und verheiratet. Ihre Ausbildung/Studium machte sie bei der Stadt Kleve. Dort arbeitet sie seit mehr als 27 Jahren in den verschiedensten Bereichen.

Frau Northing, wann war Ihnen klar, dass sie kandidieren?

Sonja Northing: Das war während der Weihnachtseinkäufe. Ich stand am Stand der Klever SPD, und wir sprachen über die Bürgermeisterwahlen und dass man einen gemeinsamen Kandidaten sucht. Und plötzlich wurde ich angesprochen - ja wie wär's denn mit Ihnen?

Hat man Ihnen gesagt, warum?

Northing: Das war ein SPD-Politiker aus dem Sozialausschuss, der meine Arbeit dort sehr zu schätzen wusste. Ich habe dann zuhause darüber nachgedacht, und mir fielen viele Ideen ein, was in Kleve zu gestalten ist. Definitiv habe ich mich im Februar 2015 entschieden, als ein Bericht über meine Bewerbung zur Kandidatur in der RP stand. Zuerst habe ich geschluckt, aber dann hat sich das gut angefühlt: So sollte es sein, jetzt ist die Katze aus dem Sack.

Mit welcher Idee sind sie angetreten?

Northing: Ich habe mir gedacht, ich mach' es noch schöner in und für Kleve, ich möchte ein besseres Miteinander in der Verwaltung. Aber ich denke, dass ich auch für andere Ideen Mehrheiten finden werde.

Sie haben im Rat keine Mehrheit.

Northing: Das schließt eine gute Zusammenarbeit mit allen Parteien im Rat ja nicht aus. Ich finde sogar, dass hier ein parteiloser Bürgermeister besser arbeiten kann. Das kann man ähnlich sehen, wie früher den Stadtdirektor, der ja vermitteln, sachgerecht moderieren sollte.

Sie sind politisch ungebunden?

Northing: Ich vertrete keine parteipolitischen Vorstellungen einer einzigen Partei, die ich durchsetzen möchte. Das sollte auch nicht meine Aufgabe sein. Der Rat sollte sachgerecht und neutral informiert werden und diskutieren. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn mich auch Grüne aufgestellt hätten. Die CDU hat gar nicht gefragt. Ich werde, sollte ich Bürgermeisterin werden, keine Partei bevorzugen und die Dinge sachgerecht einbringen. Ich will, dass das Beste herauskommt. Da bin ich großer Idealist.

Und wenn der Rat anders beschließt?

Northing: Dann werde ich den Ratsbeschluss umsetzen.

Was sagen Sie zum Dauerthema Minoritenplatz?

Northing: Ich finde, dass das Unterstadtverfahren viele Menschen aufgerüttelt hat, die so auch in die Politik finden und sich für Politik interessieren. Bevor wir überhaupt nach vorne schauen, müssen wir klären, was noch an Sontowski hängt. Der Vorschlag mit der kleinteiligen Bebauung eines Klever Büros gefällt mir im Ansatz sehr gut - ich möchte aber auch viel Grün auf dem Platz.

Wie stellen Sie sich die Lösung des Klever Verkehrsproblems vor?

Northing: Wir kennen die Staus auf der Gruft, wir haben Probleme mit den Brücken. Alle Verkehre in der Stadt sind zu betrachten. Das Radwegekonzept ist schon ein guter Anfang, der umzusetzen ist. Das reicht aber nicht aus. Ich möchte eine ganzheitliche Lösung, ein kluges Verkehrskonzept. Wichtig finde ich, dass wir die Schienenverbindung nach Nimwegen hinbekommen. Wenn wir die auf deutscher Seite als Eisenbahn und auf niederländischer Seite als Straßenbahn deklarieren und damit alle an einen Tisch bekommen, wäre das ein Ansatz. Die Finanzierung würde so auf deutscher Seite nicht kommunal gestemmt werden müssen, sondern über den VRR. Ich finde, dass das Projekt überregional zu fördern ist.

Mit Blick auf die Bürgermeisterschaftswahlen . . .

Northing: . . . denke ich vor allem an den 13. September. Ich hoffe auf eine gute Wahlbeteiligung, es wäre doch schade, wenn nur wenige Klever Bürger über das wichtige Amt der Stadt entscheiden. Ich wünsche mir natürlich, dass an diesem Wahltag auch die Entscheidung gefallen ist, die meine vielen Unterstützer belohnt, dass ich als Bürgermeisterin gewählt werde.

DIE FRAGEN STELLTE MATTHIAS GRASS

Quelle: RP
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