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Kalkar
Kalkars Bauausschuss für Windparks - Fonck erklärt sich für befangen

Kalkar. Der Bauausschuss der Stadt Kalkar hat in einer Sondersitzung ohne Gegenstimme beschlossen, die 57. Änderung des Flächennutzungsplans auf den Weg zu bringen. Der Rat kann, wie vorgesehen, morgen darüber entscheiden und damit dafür sorgen, dass Windparks entstehen können. Zunächst geht es nur um Konzentrationsflächen, nicht um konkrete Windkraftanlagen. Deren Standorte müssen in einzelnen Verfahren beantragt und untersucht werden, nach der Abwägung von Bedenken und Interessen entscheidet darüber der Kreis. Von Anja Settnik

In der vergangenen Woche hatte die Fraktion Forum Kalkar einen Katalog von Fragen zusammengestellt, weil den Kommunalpolitikern noch viele Fragen unbeantwortet schienen. In der Sitzung des Bauausschusses sah sich die Verwaltung außerstande, alle Unklarheiten zu erhellen. Zur Sondersitzung war das allerdings erledigt, und sowohl das Forum, als auch alle übrigen Ausschussmitglieder waren zufrieden. Denn klar ist: Wenn eine Stadt oder Gemeinde keine "Verspargelung" der Landschaft durch eine Vielzahl einzelner Windkraftanlagen will, muss sie Kerngebiete ausweisen, wo sich entsprechende Parks entwickeln dürfen. Das wird in Neulouisendorf, in Hönnepel und Appeldorn der Fall sein. Auch dort "draußen" wohnen allerdings Menschen, und die sind mit den riesigen "Mühlen" in der Nachbarschaft oft nicht einverstanden. Frank Hohl etwa geht von einer optischen "Bedrängung" durch die geplanten Anlagen nahe seines Hauses aus, andere fürchten den Schlagschatten oder Geräusche. Hohl zeigte sich in der Sitzung beim Tagesordnungspunkt Einwohnerfragen irritiert davon, dass der Kreis eine Anlage schon genehmigt hat. In einer Zwickmühle befand sich offenbar Willibald Kunisch, der eine weitere Offenlage wünchte, weil er einige Potentialflächen (etwa am Oybaum in Hönnepel) für problematisch hält. Als Grüner unterstützt er natürlich regenerative Energien, weshalb er der FNP-Änderung dann doch nicht im Wege stand. Frank Sundermann, Fachbereichsleiter Bauen, verteidigte "gleichlautende Kriterien für alle": wenn jemand 704 Meter von einem künftigen Windrad entfernt wohne, seien das eben mehr als die verlangten 700 Meter.

Nach der Sitzung kam im RP-Gespräch die Frage auf, ob Bürgermeister Gerhard Fonck sich angemessen verhalte. In den beiden jüngsten Sitzungen hatte der Verwaltungschef sich für befangen erklärt (weil es eine Fläche gibt, die Verwandten gehört), in früheren Debatten jedoch nicht. Lutz Kühnen, Fraktionsvorsitzender Forum, findet dies schwierig, Günther Pageler, unabhängiger Bürgermeisterkandidat, war jedoch letztlich einverstanden mit dem Zeitpunkt der Befangenheitserklärung. "Es ging ja erst jetzt um die Entscheidung."

Quelle: RP
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