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Kleve
Klever Bahnhof bekommt ein Café

Kleve: Klever Bahnhof bekommt ein Café
Die Arbeiten sind im vollen Gange: Am Bahnhof soll die Bäckerei Dercks einziehen. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Der Umbau des alten Gebäudes geht voran: In den bereits sanierten Räumen sind NIAG, Bahn und Nordwestbahn untergebracht, zur Stadt hin entsteht ein Anbau. Bildhauer Wilmsen-Wiegmann schuf eine Skulptur für den Vorplatz. Von Matthias Grass

Ein bewegter Stein für einen bewegten Platz: Zwölf Tonnen Lava-Basalt aus der Eifel setzen jetzt ein Ausrufezeichen in die Verkehrsachsen vor dem Klever Bahnhof. Es ist ein mächtiger Stein, der der großen Freifläche Bahnhofsplatz Gewicht gibt, der stark genug ist, nicht hinter der weiten Betonfläche des Busbahnhofes verloren zu gehen. Der Appeldorner Bildhauer Christoph Wilmsen-Wiegmann hat den Stein mit seiner rauen, griffigen Oberfläche Kanten geben, hat versucht, den Fluss, den der Magma-Strom bis in die geologische Gegenwart vor 10.000 Jahren dort nahm, zu bewahren. "Der Stein erzählt seine Geschichte", sagt Wilmsen-Wiegmann. Hier ist es die Geschichte der Erde und des Flusses. Und der Bewegung. Wilmsen-Wiegmanns Skulptur hat einen leichten Schwung und eine Drehung, wie tanzend.

Damit soll er die Bewegung der Menschenströme aufnehmen, die hier am Bahnhof vorbeiziehen, erklärt der Bildhauer. "Das sollen ja mehrere tausend Menschen am Tag sein", sagt Christoph Wiegmann-Wiegmann. Ihnen wird der große Stein, der je nach Witterung mal hell, mal dunkel ist, Wegzeichen sein. Vor allem von der Herzogstraße aus läuft man auf das markante Zeichen zu. Den Platz wird bald die Stadt gestalten, für den Stein gab es auch Mittel aus dem integrierten Handlungskonzept.

Der Stein ist als "Kunst am Bau" ein Zeichen für die positiven Veränderungen rund um den Bahnhof, seit Baumann & Wilmsen das Gebäude übernommen und ihm auch wieder Inhalt gegeben haben. Mit Gefühl haben die Bauherren den alten Bestand freigelegt und saniert. So ist sowohl in dem kleinen "Schalter" für die Bahn (wo es noch persönliche Beratung gibt) als auch im großen Geschäftsbereich für die NIAG eine fast zwei Etagen hohe, freigelegte Backsteinwand der "Hingucker". Im NIAG-Büro gibt's alle Infos zu den Busverbinden am Niederrhein.

Der Appeldorner Bildhauer Christoph Wilmsen-Wiegmann hat den Stein vor dem Klever Bahnhof bearbeitet. Zwölf Tonnen Lava-Basalt aus der Eifel prangen jetzt in der Klever Unterstadt. FOTO: Markus van Offern

Weniger für die Öffentlichkeit gedacht sind die auf Bahnsteigseite gelegenen Büro- und Aufenthaltsräume für die Nordwestbahn. Die eigentliche Halle des Bahnhofs hat noch keine Nutzung. "Hier suchen wir für die 270 Quadratmeter noch einen Mieter", sagt Dirk Baumann. Auch diesen Räumen würde man bei der Sanierung ihre ursprünglichen Raumhöhen wiedergeben.

Auch der Richtung Stadt gelegene Anbau für das Café Dercks nimmt Formen an. Dercks wird dort Snacks und Kaffee zum Mitnehmen bieten und auch einen Bereich für diejenigen haben, die noch auf Bus oder Bahn warten müssen und ihren Kaffee gerne im Trockenen genießen möchten, erklärt Clemens Wilmsen. Der Anbau, der von Tischleraktiv Friedrichsen in moderner Holzbauweise aufgestellt wird, ist ein nach vorne offener, rundum verglaster Anbau, der eine spannende Außenhülle bekommen soll, sagt Baumann.

Das einzige Problem: In Sachen des maroden, immer noch nur durch Hilfsstützen gesicherten Daches, ist immer noch nichts passiert. "Das Dach muss weg, damit wir die Fläche weiter entwickeln können", sagt Baumann. Ein Teil des Daches, das verglast mit alten gusseisernen Trägern gehalten wird, könne er vielleicht sogar sichern, meint er.

Quelle: RP
 
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