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Kreis Kleve
Luftnot ist meist behandlungsbedürftig

Kreis Kleve. Kann sein, dass nur eine Erkältung Ursache dafür ist, dass das Atmen schmerzt. Es kommt aber auch eine Vielzahl Krankheiten an Herz und Lunge in Betracht. Am RP-Telefon berieten Haus- und Fachärzte die Anrufenden. Von Anja Settnik

Nicht selten empfinden sie Todesangst, und tatsächlich ist "Luftnot" in ihrer stärksten Ausprägung existenziell bedrohlich. Ohne Sauerstoff kann der Mensch nicht leben. Kein Wunder also, dass viele besorgte RP-Leser, denen die Luft schon mal knapp wird, in der jüngsten RP-Sprechstunde um Rat nachsuchten. Die Ärzte Dr. Norbert Bayer (Kardiologe am St.-Antonius-Hospital Kleve), Dr. Paul-Georg Behler (Chefarzt der Inneren und Facharzt für Lungenheilkunde am Wilhelm-Anton-Hospital Goch) sowie der Klever Hausarzt Dr. Henning Woitge standen für Gespräche zur Verfügung.

Für Probleme mit der Atmung, ob sie sich in Kurzatmigkeit oder in akuter Luftnot äußern, sind im Großen und Ganzen Herz und Lunge verantwortlich. Ob es die Herzkranzgefäße sind, die nicht mehr in Ordnung sind, ein Asthma-Leiden, ein Tumor oder die chronisch obstruktive Bronchitis - viele Krankheiten der Atmungsorgane sind ernst und unbedingt behandlungsbedürftig.

Wobei es ebenso möglich ist, dass jemand nach einer lange andauernden Erkältung nicht gut durchatmen kann. "Deshalb ist die enge Zusammenarbeit mit den Hausärzten für uns und auch für die Patienten sehr wichtig", betont Dr. Behler. Wenn der Hausarzt eine gefährliche Erkrankung ausschließen kann, muss der Patient nicht ins Krankenhaus. Umgekehrt wird jeder Allgemeinarzt, der sich in der Diagnose nicht sicher ist oder seine Einschätzung bestätigt haben möchte, einen Facharzt hinzuziehen oder den Patienten gleich ins Krankenhaus einweisen.

Viele Patienten in der Telefonsprechstunde wollten eine zweite Meinung über ihre Medikamente hören. Sind es die "richtigen" Arzneimittel, die sie einnehmen? Nicht etwa Sparvarianten, die weniger helfen als es teurere könnten? Jeder Körper reagiert auf Medikamente anders. Ein an sich gutes Produkt kann für den einen Menschen perfekt, für den anderen weniger geeignet sein. Fernmündlich sei ein Urteil deshalb kaum möglich, erfuhr der Anrufer. Ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Hausarzt sei sicherlich sinnvoll.

Der Puls rast - wie weit ist das normal bei körperlicher Anstrengung, zumal bei der Hitze der vergangenen Tage? Muss sich ein Mitt-Siebziger, der ansonsten gesund ist, sorgen, wenn er bei einer Bergwanderung in der Höhenluft länger als früher braucht, um wieder zu Atem zu gelangen? Wenn's unter den Rippen oder im Hals pocht oder drückt - könnte das ein Herz- oder eher ein Lungenproblem sein? Dr. Behler nimmt dem Anrufer, einem "Best-Ager", wie er schmunzelnd sagt, erst einmal die akute Sorge. Sich mal durchchecken zu lassen ist nie verkehrt, Bewegung und Sport haben meist einen guten Einfluss auf die Gesundheit. "Lassen sie mal ein Langzeit- und auch ein Belastungs-EKG machen", rät er. Wenn der Kardiologe nichts findet, die belastenden Symptome aber wiederkehren, sind weitere Untersuchungen durch den Pneumologen angeraten.

Hausarzt Dr. Woitge spricht mit den Ratsuchenden der RP-Telefonaktion viel über Bluthochdruck, über Kreislaufprobleme und über Reizhusten. Keine Frage: Wer raucht und/oder stark übergewichtig ist, wird in den meisten Fällen viel eher mit Luftnot zu tun bekommen als andere Menschen. "Die Lebensführung hat einen großen Einfluss auf die Atmung", weiß Woitke. Wo immer aber die Ursache für die Beschwerden liegt: Mit engagierter Behandlung durch ihren Arzt dürfen alle Betroffenen rechnen.

"Wir sind sehr froh über die qualitativ gute hausärztliche Versorgung im Kreis", erklärt Bayer. Den Patienten zu zeigen, wie Allgemeinmediziner, niedergelassene Fachärzte und Krankenhausabteilungen Hand in Hand arbeiten - das sei der Hauptgrund für solche Telefonaktionen. Die Vernetzung der Kollegen untereinander funktioniere bestens. Das sollten die Patienten wissen.

Quelle: RP
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