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Kranenburg
Mit den Kürbissen kommt der Herbst

Kranenburg: Mit den Kürbissen kommt der Herbst
Biolandwirt Gerd Vierboom erntet schon jetzt die ersten Kürbisse von den Feldern. FOTO: gottfried evers
Kranenburg. Die ersten Bauern beginnen in diesen Tagen bereits mit der Kürbisernte. Das wird damit begründet, dass der Sommer einerseits sehr trocken war, was für das Gemüse gar nicht gut ist, bald aber auch schon wieder kalte Nächte drohen. Von Nicole Scharfetter

Sie sind die Allrounder unter den Genüsesorten. Ob als Dekoartikel, mit Gruseleffekt oder püriert als Suppe - Kürbisse können fast alles und werden deswegen beim Verbraucher immer beliebter. Zugegeben: Eigentlich wollen wir noch gar nicht an die Halloween- und Suppenzeit denken, denn Kürbisse bedeuten auch immer irgendwie das Sommerende. Wer aber mal auf den Feldern links und rechts von den Landstraßen genau hinschaut, der entdeckt nicht nur die herbstlichen Heuballen, sondern auch die leuchtend orangefarbenen Gewächse, die von einigen Bauern jetzt geerntet werden.

Etwa Gerd Vierboom, der auf dem Feld in Zyfflich mit der Ernte beginnt. Dort sei die Saison nicht so gut gelaufen wie in Kranenburg und Wyler, wo der 63-Jährige das gleiche Saatgut verteilt hat. "In Zyfflich war der Boden etwas zu sandig, die Pflanzen hätten mehr Wasser gebraucht", sagt der Biobauer. Die Pflanzen sind fast vertrocknet: Würde er jetzt nicht ernten, bekämen die Kürbisse keine Nährstoffe mehr und gingen ein. Vierboom hofft, dass die Ernte noch 10 bis 15 Tonnen pro Quadratmeter ergibt, setzt aber eher auf die Gewächse in Kranenburg und Wyler, denen er noch ein bisschen Zeit gibt.

Grundsätzlich sind Kürbisse ganz leicht zu handhaben, sagt Gerd Vierboom. Zumindest die Sorte, die er anpflanzt. Hokkaidos aus Japan, die man samt Schale essen kann. Inzwischen gebe es das Gemüse ganzjährig zu kaufen - der Hokkaido boomt, sagt der Experte. Und: "Wenn wir nicht Saison haben, kommen die Kürbisse aus Neuseeland oder Spanien."

Wer selbst im Garten Hokkaidos züchten will, der muss ein paar einfache Regeln befolgen: Der Boden sollte möglichst locker sein, am liebsten mögen die Kürbisse Stallmist. Während die Pflanze keimt, reiche ein bisschen Wasser, sobald sie aber die ersten Früchte trage, "braucht der Kürbis ordentlich Wasser", sagt der Landwirt. Was Kürbisse überhaupt nicht mögen, ist Kälte. Deswegen verteilt Vierboom die Saat immer erst Ende Mai. "Einmal Frost, und die Ernte ist hin", sagt er. Und aus diesem Grund werden die Kürbisse auch jetzt langsam aber sicher geerntet, der Herbst ist nicht mehr weit mit seinen ersten kalten Nächten.

Insgesamt bewirtschaftet der 63-Jährige 9,5 Hektar Kürbisfelder, das entspricht etwa einer Größe von zehn Fußballfeldern. Ein kleiner Teil der ein bis zwei Kilo schweren Kürbisse ist für den eigenen Hofladen an der Hauptstraße gedacht, die meisten Früchte allerdings verkauft er an Geschäfte im Kreis oder einen Naturkosthändler in Coesfeld. "Die Kürbisse können aber auch im Supermarkt landen", sagt Vierboom. Nicht zu vergessen der Kindergarten im Ort - der bekommt jedes Jahr seine eigene Ladung zum Basteln. Denn die Hokkaidos eignen sich prima für Kürbislaternen zu Halloween.

Zwei Jahre will der Landwirt sich noch um den Hof und den Laden kümmern. Zumindest hat er das angepeilt. Aus gesundheitlichen Gründen trennte er sich bereits vor einigen Jahren von den Tieren. Aber: Die Zukunft des Betriebes ist gesichert. Tochter Rebekka arbeitet jetzt schon mit dem Papa und will das Geschäft übernehmen. Sie ist auch diejenige in der Familie, die die besten Kürbis-Rezeptideen (siehe Box) hat, sagt der Papa, der am liebsten Suppe draus macht.

Quelle: RP
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