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Kranenburg
Tankparadies lockt neuen Investor an

Kranenburg. Die Firma Argos möchte in der Gemeinde Kranenburg eine neue Tankstelle bauen. Die Verwaltung prüft das Anliegen, "wohlwollend". Das Tank-Chaos auf der Klever Straße könnte dadurch entzerrt werden. Von Peter Janssen

Einkaufen in Kranenburg macht Spaß. Auf jeden Fall den Niederländern. Denn bei den Nachbarn entfachen die Preise in Deutschland regelmäßig eine bemerkenswerte Kauflust. Auch Kraftstoff gehört zu den begehrten Artikeln. So betrug der Unterschied für einen Liter Benzin in den vergangenen Tagen bis zu 20 Cent.

Derzeit gibt es in Kranenburg drei Tankstellen. Doch könnte sich das in absehbarer Zeit ändern. Denn der Gemeinde liegt die Anfrage eines Unternehmens vor, das eine weitere Zapfstation an der Ecke Klever Straße/Abfahrt Bundesstraße 9 bauen will (auf der Wiese gegenüber der Gaststätte Hünnekes-Kreusch). Die Firma Argos Retail Germany GmbH (ehemals Claassen Mineralöl GmbH) bestätigte, dass man die Anfrage an die Gemeindeverwaltung gestellt hätte.

Über das Vorhaben ist und konnte jedoch noch nicht entschieden werden. Die Verwaltung will das Vorhaben aber wohlwollend prüfen und versuchen Planungsrecht zu schaffen.

Ein Problem bei dem Projekt könnte sein, dass die Abfahrt von der neuen Tankstelle auf die Bundesstraße 504 führen müsste. Für diese Maßnahme muss der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen grünes Licht geben. Die Zufahrt soll nach ersten Überlegungen von der Klever Straße erfolgen. Derzeit wird geprüft, ob das Vorhaben Chancen besitzt, umgesetzt zu werden. Zudem ist der Rat der Gemeinde bislang lediglich über die Anfrage informiert worden.

Wesentlich handfestere Tankstellen-Probleme gibt es aktuell auf der Klever Straße. Regelmäßig kommt es hier vor der seit 63Jahren bestehenden Aral-Tankstelle zu Behinderungen.

So staut sich der Verkehr immer wieder zu den Stoßzeiten Richtung Kleve bis in den Kreisverkehr hinein. Die tankwilligen Niederländer stellen sich mit ihren Wagen ganz rechts auf die Fahrbahn und sorgen so für chaotische Szenen in der Kranenburger Ortsmitte.

Tankstellenpächter Daniel Cloosters wollte auf eigene Kosten einen Streifen, der sich noch neben der Fahrbahn befindet, ausbauen lassen. Diesen könnten seine wartenden Kunden dann als Standfläche nutzen. "Mein Antrag für das Vorhaben wurde nicht genehmigt", sagt Cloosters.

Der Betreiber, dem daran gelegen ist, die Sicherheit zu verbessern, zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung der Verwaltung. "Ich habe schon zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die Tankzeiten zu reduzieren und somit für geringere Wartezeiten zu sorgen", sagt der Tankwart.

Neben neuen, schnelleren Zapfvorrichtungen, einer zusätzlichen Diesel-Zapfsäule habe er auch eine zweite Kasse eingerichtet, so Cloosters.

Planer und Verkehrsexperten hatten davon abgeraten, den Streifen, der als Versickerungsmulde dient, zu verdichten.

Zudem wurde seitens der Verwaltung ein nicht von der Hand zu weisendes Argument zu der Thematik vorgebracht, welches da lautet: Die Straßenverkehrsordnung gilt auch auf der Klever Straße und daran hätte man sich eben zu halten - auch wenn man günstig Kraftstoff tanken wolle.

Sollte die neue Tankstelle kommen, würde sich die Situation auf der Klever Straße vermutlich ohnehin entzerren. Wenn nicht veränderte Spritpreise im Vorfeld für eine Entspannung sorgen. So haben sich Tankstellenbetreiber im benachbarten Ausland mit großen Investitionen in Zapfsäulen vor einiger Zeit mal derb verschätzt.

Quelle: RP
 
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