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Bedburg-Hau-Moyland
Wenn Salbei nach Marzipan schmeckt

Bedburg-Hau-Moyland: Wenn Salbei nach Marzipan schmeckt
Bei den Führungen durch den großen Kräutergarten gab es für die Besucher des Fests viel zu entdecken. Einige Exkursionen führten auch auf die Wiesen und Felder rund ums Schloss. FOTO: Gottfried Evers
Bedburg-Hau-Moyland. 3200 Besucher kamen zum Kräutergartenfest der Stiftung Museum Schloss Moyland. Reges Treiben in entspannter Atmosphäre beherrschte die Tage rund ums Schloss. Führungen und Kinderprogramme waren gut besucht. Von Matthias Grass

Mit der Hand durchstreichen, den Duft erfühlen, die Stacheligkeit der kleinen weißen Härchen auf der anderen Seite der Blätter spüren - kurz: Das Kraut begreifen, das da unten hinterm Buchbaum wächst. Begreifen, es anfassen und zugleich verstehen, das stand im Mittelpunkt der Führungen rund um das Kräutergartenfest am Museum Schloss Moyland. Gabi Willenberg zog in die Wiesen und Felder rund ums Schloss, suchte und fand das, was am Rande wächst und auch hilfreiches Kraut ist.

"Die Führungen rund um den Kräutertag waren sehr gut besucht, teilweise ausgebucht", sagte gestern Sophia Tuchard beim Rückblick auf ein nicht nur aus Sicht der Stiftung Museum Schloss Moyland gelungenes Kräuterwochenende. Obwohl bei bestem Wetter Badeseen und andere Ausflugsziele lockten, kamen 3200 Besucher Samstag und Sonntag zum Schloss. "Die verteilten sich gleichmäßig - wir hatten immer den Eindruck, dass es gut besucht war", freut sich die Sprecherin von Museum Schloss Moyland. Dabei war die Atmosphäre an den Tagen gelassen - man lustwandelte durch den Park, verschwand zwischen den Buchsbaumhecken, um die Kräuter zu begreifen, die hier im Herzstück des Festes nach den Bilderhandschriften des Kräuterbuchs von Johannes Hartlieb (gestorben 1468) in heilsame und giftige, schmackhafte und für allerlei Zipperlein helfende Kräuter sortiert sind, vorbei an den Menschentrauben, die sich vor den Führungen bildeten. Silvia Hoymann, die seit 17 Jahren beim Kräutergarten in Moyland dabei ist, hat Kräuter aller Art auf die Tische und Bänke vor dem Stand Moyland sortiert, dass es nur so quillt. Es gibt die klassische Petersilie, den Dill, das Rosmarin, Oregano. Kraut reiht sich Kraut. "Die Vielfalt wird immer größer", sagt Hoymann. Beispielsweise den Salbei mit einem Beigeschmack von Marzipan. "Das ist dann im Aroma süßlich. Man kann es für Kräuterdesserts oder für Tees verwenden", sagt die Kräuterfrau von Schloss Moyland. Hoymann ist froh, über ihren Anbieter LaBio lauter zertifizierte Öko-Kräuter auf den Tischen stehen zu haben, die aus der Region kommen. "Und die dann auch ein bisschen die Vielfalt der Kräuter widerspiegeln, die wir in unserem Kräutergarten haben", sagt Hoymann.

Vielfalt in der Kräuterwelt - das zeigt auch die Zusammenarbeit der regionalen Kräutergärten, die ebenfalls auf dem Fest vertreten waren. Stolz auf ihre lange Zisterzienserkloster-Tradition und die Welt der Heilkräuter sind nämlich auch die Kräuterfreunde vom Kloster Kamp. Insgesamt haben sich hier vier Kräutergarten zusammengeschlossen: neben Kamp und Moyland noch der Nabu-Garten in Geldern und in den Niederlanden die Heleno Kruiden in Ven-Zelderheide. Natürlich fehlten nicht all die Accessoires rund um den Garten, vom Staketenzaun von Sigrid Beyer aus Kranenburg bis hin zum urigen Stuhl, den Nikolaus Boldt aus unbehandelter Eiche als Unikat herstellt.

Für den richtigen Wein nicht nur zum Kraut sorgte Cornelia Heu, die für die Firma Aaldering einen Stand mit den richtigen Sorten hatte. Überhaupt hatte Aaldering, der jetzt das Museumscafé führt, die Gastronomie sehr schön ins Kutschenrondell erweitert - alle Plätze waren dort gut besetzt.

Quelle: RP
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