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Kölner Karnevalsbilanz
Mehr Sexualdelikte, mehr Festnahmen

Rosenmontagszug zieht durch Köln
Rosenmontagszug zieht durch Köln FOTO: dpa, kno
Köln. Die Polizei Köln hat am Mittwoch eine Gesamtbilanz zu Einsätzen und Straftaten während der Karnevalsfeiertage vorgelegt. 100 Menschen wurden festgenommen, 451 nahmen die Einsatzkräfte in Gewahrsam. Die Zahl der Sexualdelikte sei gestiegen.

Im Vergleich zum Vorjahr sprach die Polizei im Jahr 2016 zwischen Albweiber, 6 Uhr, und Aschermittwoch, 6 Uhr, in Köln und Leverkusen fast dreimal so viele Platzverweise aus. 2015 waren es 544, 2016 1389 Platzverweise. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Festnahmen: 2015 wurden der Polizei zufolge 28 Personen festgenommen, 2016 waren es 100 Personen. In vorübergehendem Polizeigewahrsam landeten in diesem Jahr 451 Personen. 2015 waren es noch 247 Personen. 

"Unser Konzept hat sich bewährt. Es waren deutlich mehr Beamte im Einsatz als im Vorjahr", sagte der Leitende Polizeidirektor Michael Themme bereits am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Kölner Rathaus. "Eine enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern, mehr Polizei in der Stadt, Videoüberwachung, die Ausleuchtung besonders frequentierter Bereiche in der Dunkelheit und ein frühes Einschreiten der Polizei haben Wirkung gezeigt, die sich positiv auf die heutige Bilanz auswirkt", erklärt der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies am Mittwoch. 

Jecke in Köln starten Rosenmontagszug im Regen FOTO: dpa

In den Zwischenbilanzen sind nur die Straftaten aufgelistet, die in direktem Bezug zum Karneval stehen. Wie die Polizei mitteilt, will sie bis auf Weiteres am verstärkten Präsenzkonzept festhalten. 

Straftaten an Karneval: weniger Raubdelikte, mehr Sexualdelikte

In diesem Jahr wurden bei der Polizei mit 39 Fällen weniger Raubdelikte angezeigt als noch im Vorjahr (62), die Zahl der angezeigten Sexualdelikte stieg jedoch stark. 2015 waren es 18, 2016 66. "Aufgrund der öffentlichen Diskussion ist die Anzeigefreudigkeit sicher gestiegen. Wir haben diesen Anstieg erwartet", sagte Themme am Dienstag. 

Polizeipräsident wirbt um Vertrauen

"Es ist mir wichtig, dass die Menschen Vertrauen in unsere Polizeiarbeit haben. Mein Dank gilt deshalb allen eingesetzten Kolleginnen und Kollegen, die an den Karnevalstagen mit ihrem Engagement dafür gesorgt haben, dass sich die Menschen hier wieder sicherer fühlten. In vielen Gesprächen haben sich Karnevalisten bei der Polizei für die sichtbare Präsenz, konkrete Hilfen und auch für die Entschlossenheit beim Vorgehen bedankt", sagte der Polizeipräsident.

(sef/ots)
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