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Köln
Wenn Träume in Erfüllung gehen

Köln. Schon als Kind wollte Christina Pohl Tanzmarie werden. Jetzt zieht sie für die Nippeser Bürgerwehr als Marie durch die Säle. Ihr Tanzoffizier Patrick Karolus bereitet sich gerade auf sein zweites juristisches Staatsexamen vor. Von Stephan Eppinger

Etwa 50 Auftritte haben Patrick Karolus (37) und Christina Pohl (26) in dieser Session schon absolviert. Doch die Höhepunkte stehen dem Tanzpaar der Nippeser Bürgerwehr noch bevor. Am Rosenmontag geht es mit dem Traditionskorps in den Zoch (wenn er denn zieht) und am Karnevalsdienstag steht dann der eigene Veedelszoch in Nippes an.

"Das ist immer ein tolles Heimspiel. Man kennt viele Leute, die am Straßenrand stehen", sagt Pohl. "Neu ist für uns, dass wir in diesem Jahr anstatt am Ende des Zugs, an dessen Spitze unterwegs sein werden."

Für seine Tanzpartnerin war es schon als kleines Kind ein Traum, einmal Marie zu werden: "Ich habe vor dem Fernseher gesessen und eine Sitzung gesehen. Da wusste ich, da will ich auch mal hin", erinnert sich Pohl, die in Lindenthal geboren wurde. Ihre ersten Schritte wagte sie bei der KG Fidelen 15 in Quadrath-Ichendorf.

Später kamen drei Sessionen bei der Tanzgruppe Höppemötzjer dazu, seit 2010 ist sie bei den Appelsinefunke. "Vor der Tanzkarriere war ich in der Leichtathletik aktiv, als Sprinterin an der Kölner Sporthochschule."

Ihr Tanzoffizier fand zunächst als Tänzer den Weg zu den Goldenen Lyskircher Hellige Knäächte un Mägde. "Mein Weg führte über die Tanzschule, wo ich Aktive meiner späteren Tanzgruppe kennengelernt habe. Später habe ich dann dort bei ein paar Kölsch auf einem Bierdeckel unterschrieben", sagt Karolus schmunzelnd. Seit 2008 ist er Tanzoffizier bei der Bürgerwehr.

Für ihr Hobby müssen die beiden viel Zeit in ein hartes Training investieren. "Das läuft das ganze Jahr. Nach der Session machen wir zwei Wo chen Pause. Dann beginnt wieder langsam das Training mit den Freunden der Höppemötzjer. Und ab Ostern startet das Training mit den Jungs", sagt Karolus.

Viermal in der Woche wird trainiert.

Einmal mit dem Korps, einmal mit den anderen Tanzpaaren und den Kadetten der Ehrengarde sowie weitere Einheiten mit den Höppemötzjer und alleine mit Tanztrainer Jens Hermes, dem früheren Tanzoffizier der Blauen Funken. "Jens ist großartig. Er lässt jedes Tanzpaar toll aussehen, indem er die individuellen Stärken in den Vordergrund stellt", sagt Pohl.

Alle zwei bis drei Jahre gibt es einen neuen Tanz für die beiden. "Wenn der Kommandant das möchte, gibt er seine Musikvorstellung dazu an. Dann überlegt sich Jens, wie man das Ganze umsetzt und wir beginnen mit dem Training dafür im April oder Mai. Je nach Schwierigkeitsgrad dauert es bis in den August, bis alles flüssig läuft", erklärt Karolus. Mitte September startet das Tanzen in Uniform: "Die ersten Stunden sind die Hölle." Etwa zwei bis drei Jahre hält der Waffenrock im Durchschnitt beim Tanzoffizier.

Im Privatleben bereitet er sich auf sein zweites juristisches Staatsexamen vor. Pohl arbeitet als Personalfachkauffrau: "Zum Glück habe ich einen verständnisvollen Chef und nette Kollegen. Oft fange ich früher an, um pünktlich zu den Terminen zu kommen. Auch Urlaubstage sind manchmal nötig." Viel Zeit für Privates bleibt da oft nicht. "Meine Partnerin sehe ich an manchen Tagen gar nicht. Sie ist Trainerin der Kindertanzgruppe der Höppemötzjer und war selbst Tänzerin. Da ist das Verständnis schon da", sagt Karolus.

Quelle: RP
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