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Krefeld
30 000 Euro für acht Bürgerideen

Krefeld. Ein Riesengraffito in der Stadt, Infotafeln für Linn, ein deutsch-japanisches Chorprojekt - zahlreiche Krefelder haben Ideen für das Stadtmarketingprojekt "Perspektivwechsel" eingereicht, acht davon werden nun finanziell unterstützt. Von Sebastian Peters

In Zeiten klammer öffentlicher Kassen ist das eine frohe Botschaft: Die Krefelder Wirtschaft hat einen 30 000-Euro-Sondertopf gegründet, der helfen soll, Bürgerideen umzusetzen. Das Krefelder Stadtmarketing und die Wirtschaft betreiben damit Imagepolitur für Krefeld - ihr gemeinsames Langzeitprojekt "Perspektivwechsel" soll helfen, einen neuen Blick auf die Stadt zu werfen. Es läuft bis zum Jahr 2023, in dem Krefeld seinen 650. Geburtstag feiert. Neuer Baustein: Bürger waren aufgerufen, Vorschläge zur Stadtgestaltung unter dem Blickwinkel eines Perspektivwechsels einzureichen. Unter 17 Beiträgen in der engeren Auswahl sind letztlich acht ausgewählt worden, die Stadtmarketingchef Ulrich Cloos gemeinsam mit Wirtschaftsförderungschef Eckart Preen und Currenta-Sprecher Mario Bernards gestern bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft an der Obergath präsentierte.

Ulrich Cloos sagte Sätze, wie man sie sagen muss, wenn man Chef der Abteilung Stadtmarketing ist: Von einem aufstrebenden Standort Krefeld sprach er. "Es ist zu spüren, dass Wirtschaft und Industrie an den Standort glauben, und auch die Menschen laufen mit einem immer breiteren Lächeln durch die Stadt." Das neue Projekt funktioniere "Bottom Up", sagte er, was so viel heißt wie: "von unten nach oben" - nicht die Stadt diktiert den Bürgern die Projekte, sondern die Bürger formulieren ihre Ideen.

Die acht Projekte haben eine große Bandbreite: Street Art im Hülser Bruch Street-Art-Künstler werden im August vier Tage lang das Umfeld des Umweltzentrums am Hülser Berg gestalten. Das Areal ist eine alte Industriebrache, die die Natur sich mittlerweile in weiten Teilen zurückgeholt hat. Künstler aus neun Ländern haben sich angekündigt, werden dort ein Zeltlager vom 3. bis 8. August aufschlagen und Kunstwerke im öffentlichen Raum gestalten, die dauerhaft dort bleiben. Die Idee hatte Initiator Manfred Wilms, die künstlerische Leitung hat Friederike Wouters.

"Krefelder Gesichter und Geschichten" Unternehmerin Sylvia Paschold-Melahn will im Gespräch mit Krefeldern Geschichten sammeln, die von einer besonderen Verbindung zu Krefeld berichten. Diese Menschen sollen auf Plakaten in der Stadt und im Internet zu sehen sein. "Eine großartige Aktion, die wir sehr schön finden", sagte Ulrich Cloos. Riesengraffito Jugendliche sind aufgerufen, ihre Visionen einer Stadt als Comicstrip oder Bildergeschichte aufzumalen - die Idee zum Projekt "Ghost City" kommt von den Freunden der Kunstmuseen. Der Gewinner nimmt an einem Graffitiworkshop teil und kann mit einem Graffitti-Künstler gemeinsam ein großes Wandbild in der Krefelder City sprayen. "Wir haben schon ein Objekt in Krefeld in Aussicht", sagte Ulrich Cloos. Die Verhandlungen liefen gut. Ob es sich um das Seidenweberhaus handele, wurde Cloos gefragt. "Das Seidenweberhaus böte sich an, zum Beispiel", antwortete Cloos. Bildertafeln für Linn Der Linner Andreas Montz vom Museumscafé hatte die Idee, Bildtafeln aufzustellen, mit denen sich die gegenwärtige Ansicht mit der von früher vergleichen lässt. Japanisch-Krefeld-Neusser Chor Dirigent Joachim Neugart will drei Chöre, den Schönhausen-Chor, den Münsterchor Neuss und den japanischen Konzertchor in Tokyo, gemeinsam auftreten lassen. Gesungen wird die Messe f-Moll, Hauptwerk der Brucknerschen Chorsinfonik. Dazu kommen Kompositionen aus NRW und Japan. "Stadt ohne Öl" Georg Dammer vom Werkhaus will in einer Ausstellung Stadtmodelle präsentieren, die sich mit postfossilen Alternativen für das Leben in der Stadt von morgen beschäftigen. Ehrenamtliche Deutschlehrer für Flüchtlinge Der Förderverein der Volkshochschule hat den Vorschlag eingereicht, ehrenamtliche Deutsch-Vermittler, die im Bereich der Flüchtlingsbetreuung bereits aktiv sind oder es werden möchten, zu qualifizieren und zu begleiten. Cloos: "Als weltoffene Stadt nehmen wir zum Glück Flüchtlinge auf. Dieses Projekt ist Teil der Krefelder Willkommenskultur." Segeln auf dem E-See Der Segelclub Bayer Uerdingen will die Krefelder zum Segeln einladen. Normalerweise gehen die meisten am Elfrather See nur spazieren. Im Rahmen des "Perspektivwechsels" sollen sie vom Wasser auf das Ufer schauen können.

Quelle: RP
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