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Krefeld
Auf der Kirmes den Himmel erobern

Krefeld. Viel Nervenkitzel spüren, noch mehr Spaß erleben, sich gruseln, Zuckerwatte naschen oder am Glücksrad drehen - die Sprödental-Kirmes bietet alles an einem Ort. Bis Sonntag kann diese einzigartige Atmosphäre genossen werden. Von Bianca Treffer

Vor der Raumfahrtstation Apollo 13 knubbeln sich die Menschen. Voller Spannung verfolgen sie alle, wie ein Mitarbeiter des Fahrgeschäftes die Sicherheitsbügel und -gurte ein letztes Mal kontrolliert. Er springt zur Seite und mit einem leisen Zischen faltet sich der Boden unter den Sitzen der Fahrgäste zusammen und verschwindet.

Sekunden später hebt sich der mächtige Arm des Fahrgeschäftes mit seinen Gästen in der Gondel. Es geht nach oben und das heißt in diesem Fall 55 Meter. Während die eine Gondel steigt, kommt die andere runter. Ein weiterer Fahrgastwechsel ist angesagt. Aber dann geht es richtig los. Nicht nur, dass das Fahrgeschäft die beiden Gondeln an den Auslegern mit Schnelligkeit in die Höhe oder Tiefe bringt, die Gondeln überschlagen sich dabei. Die Zuschauer sind fasziniert. "Aber ich weiß nicht, ob ich mich das traue", meint die 17-jährige Sabrina. Für ihren Freund hingegen steht es außer Frage. "Das muss ich erlebt haben", lautet der Tenor des 18-Jährigen, der sich am Kassenhaus in Form eines Space-Shuttles anstellt. Mit sieben Euro ist Marius dabei. "Ein Gefühl wie schwerelos, so muss man sich beim Raketenstart fühlen", schwärmen die Besucher, die zwar mit etwas wackeligen Beinen aber einem Strahlen im Gesicht von der Apollo 13 kommen.

Finn reicht der gegenüberliegende Mini-Jet vollkommen. Hier ist der Fünfjährige sein eigener Kapitän und kann seinen Flieger beliebig auf rund zwei Meter steigen lassen. Wer dennoch hoch hinaus will, das Ganze aber geruhsamer angehen lassen möchte, entscheidet sich für eine Fahrt im Riesenrad. Beim Liberty Wheel geht es immerhin satte 38 Meter in die Höhe, allerdings völlig entspannt in kleinen sanft schaukelnden Gondeln.

"Gondeln schließen, gut festhalten", ertönt eine sanfte Stimme beim Fahrgeschäft "Samba-Ballon". In niedlichen Fesselballons können die jüngsten Besucher "Rundflüge über das Sprödental" erleben. "Nur an der Fernsicht muss noch gearbeitet werden", meint Mareike Müllers lächelnd, die gerade mit ihrer dreijährigen Tochter einen Flug im Ballon gemacht hat. Mina hat die Mini-Höhe hingegen völlig gereicht. Das kleine Mädchen strahlt.

Und genau das ist es, was die Sprödental-Kirmes so besonders macht. Hier gibt es für jeden Geschmack und jedes Alter etwas. Die ganz kleinen Besucher kommen genauso auf ihre Kosten wie Erwachsene - fahrtechnisch und kulinarisch. An den Büdchen locken gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen, Zuckerwatte, schokolierte Früchte genauso wie Backfisch, Spießbraten und Pommes. Wer es rustikal mag, der geht ins Bierdorf, wer es stylisch haben möchte, entscheidet sich für die Airport-Bar, in der auch Hugo und Longdrinks neben vielen Kaffeespezialitäten zu haben sind.

Beim "Psychodelic", zum ersten Mal auf der Krefelder Kirmes anzutreffen, verteilt André Wittler Brillen im Blumendesign. "Das sind Multi-Spektakel-Brillen, mit denen es auf Zeitreise geht", erklärt der Schausteller. Die 70er Jahre erwarten die Besucher auf einer Strecke von 80 Metern. Es ist eine Zeitreise mit Lichteffekten, Musik und Retrolook. Neugierige Gesichter, wenn die Besucher reingehen, lachende wenn sie herauskommen.

"Wollt ihr schneller fahren?", die Frage schallt indes über die Anlage vom Break Dance, was ein begeistertes Kreischen der jugendlichen Fahrgäste auslöst. Nebel wabert hingegen über den Schlager-Express, der in rasanter Geschwindigkeit seine Runde dreht. "Neue Geister eingetroffen" verkündet ein Schild, hoch oben zwischen dem gewaltigen Troll und der Geisterkutsche samt Pferd an der Anlage "Die Große Geisterbahn R. Schütze". Aber nicht nur hier locken Gruselgestalten im Dunklen. "Ghost - der Geisterdschungel" heißt es einige Meter weiter. King-Kong wedelt hier mit den Armen und zwischen einer Menge von Totenschädeln läuft eine riesige Spinne auf und ab. Während eine leicht angerauchte Stimme erzählt, dass hier noch niemand zurückgekommen ist, ertönt von Gegenüber ein heiteres Kinderlied. "Willy, der Wurm", eine Achterbahn für Kinder, ist gerade losgerattert.

Es ist eine bunte Geräuschkulisse aus Musik, Ansagerstimmen, Werbern der Los- sowie Schießbuden und den Geräuschen der Fahrgeschäfte. Selbst einkaufen ist auf der Sprödental-Kirmes möglich. Der Marktplatz Nummer 1 lockt mit Holzbrettchen, Sonnenbrillen, Gürteln und Co. Eines ist sicher: Die Sprödental-Kirmes ist ein Erlebnis für die ganze Familie.

Quelle: RP
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