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Krefeld
Becken im Badezentrum ist nicht zu kurz

Krefeld: Becken im Badezentrum ist nicht zu kurz
Das Schwimmbecken des Badezentrums ist exakt 50,014 Meter lang. Das wurde 22 Jahre nach der Eröffnung nachgemessen. Die dauerhafte Nichtvergabe von nationalen und internationalen Wettbewerben wegen zu geringer Länge soll die Reaktion von Schwimmverbandsfunktionären sein, die vor 50 Jahren nicht zur Eröffnung eingeladen waren. FOTO: Stadt Krefeld
Krefeld. Das städtische Sport- und Bäderamt hat anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Bockumer Badezentrums dessen Historie dokumentiert. Dazu gehört auch die Aufklärung der Geschichte über die Länge des Schwimmbeckens. Dass es für nationale und internationale Wettkämpfe zu kurz geraten sei, ist demnach ein Gerücht, das sich in den Köpfen der Krefelder festgesetzt hat.

Das Bockumer Badezentrum wurde 1967 mit einer Feier eröffnet und von der Öffentlichkeit sofort gut angenommen, zunächst jedoch nicht bei den Vereinsschwimmern und Funktionären, heißt es in der Dokumentation. So monierten sie zum einen die hohen Eintrittspreise von 1,50 D-Mark. Neben dem Düsseldorfer Wellenbad hatte das Badezentrum damit den höchsten Eintrittspreis in ganz Westdeutschland.

Unklar war zum anderen bei Eröffnung auch, welche Beiträge die Vereine zahlen müssten - am Ende waren diese doppelt so hoch, wie in den anderen Krefelder Bädern. Negativ empfanden die Vereinsschwimmer auch die Art, wie das Bad seiner Bestimmung übergeben wurde: nicht mit einem nationalen oder internationalen Schwimmfest, sondern mit einer internen Feier inklusive einstündiger Schwimm-Demonstration vor lediglich 200 Gästen. Nicht eingeladen waren also das "normale Volk" und - ob bewusst oder unbewusst - auch keine Vertreter des Westdeutschen und des Deutschen Schwimmverbandes, was dort für großen Unmut gesorgt hatte. Die Verbände hatten das Bad daher im Vorfeld anonym besichtigt und sich eine Meinung gebildet.

Obwohl die neue Schwimmhalle seinerzeit zu den schönsten und größten Deutschlands zählte, missachteten die Funktionäre sie bei der Vergabe von Wettbewerben. So haben Deutsche Schwimmmeisterschaften (DM) nie in Krefeld stattgefunden, weder kurz nach der Eröffnung, noch später. Der Verband bevorzugte in der unmittelbaren Vergangenheit nach der Eröffnung andere Städte. Das kann, so heißt es in der Dokumentation, durchaus als Affront und als Antwort auf die Nichteinladung gelten. Bis heute bleibt es dabei: keine DM oder vergleichbare Wettkämpfe im Badezentrum Krefeld. So kann es wohl sein, dass Krefelds nassestes Gerücht aus dieser Zeit stammt und von einigen Seiten lange Zeit bewusst flankiert wurde: Das 50-Meter-Becken in der Schwimmhalle sei gar keine 50 Meter lang. Angeblich, so erzählten es sich die Krefelder Jahrzehnte lang, würden einige Zentimeter durch zu dicke Fliesen an den Kopfseiten fehlen. Offizielle Schwimmmeisterschaften könnten daher gar nicht in Krefeld stattfinden. Das Gerücht hielt sich und wurde immer wieder befeuert, wenn sich der Verband entschied, eine Meisterschaft wieder nicht nach Krefeld zu vergeben.

"Pustekuchen", sagt der heutige Bäder-Chef Dieter Porten. "Weder zu Zeiten, als das Bad gekachelt war, noch heute, in der Stahlwanne, war das Becken zu kurz geraten für nationale oder internationale Meisterschaften. Es bewegte sich immer innerhalb der Toleranzwerte, eine DM oder Ähnliches wäre also gut durchführbar gewesen." Quasi zum Beweis hängt heute im Foyer des Badezentrums ein Formular des Vermessungsbüros Hannen. Dieses hat bereits 1999 folgende Maße ermittelt: In der Länge misst das Becken 50,014 Meter und in der Breite 20,893 sowie 20,900 Meter (wo sich die Sprungtürme befinden). Und auch das bewegt sich im Rahmen der Toleranz. Dennoch hat sich das Gerücht des zu kurzen Beckens in den Köpfen einiger Krefelder bis heute gehalten.

Quelle: RP
 
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