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Krefeld
Borgmann investiert und ändert Strategie

Krefeld: Borgmann investiert und ändert Strategie
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Krefeld. Die Aufenthaltsqualität im Geschäft erhöhen und eine Willkommensatmosphäre für internetaffine Kunden schaffen: Christoph Borgmann geht in die Offensive. Er wird bei Intersport Borgmann Internet-Terminals aufstellen. Von Jens Voss

Fast spektakulärer als die beachtliche Investition über 300 000 Euro ist der Bewusstseinswandel, den Christoph Borgmann für sein Unternehmen ankündigt: Er will weg von Angst und Unmut des Einzelhandels über das Internet und Kunden, die sich auch im Internet tummeln. "Wir wollen eine Willkommensatmosphäre für alle Kunden", betont er. Und als Zeichen, dass das Internet als Quelle der Information akzeptiert ist, will er in seinen Geschäftsräumen auch Computer-Terminals aufstellen, in denen die ganze Warenwelt von Intersport Borgmann, aber eben auch des Internets abrufbar ist.

Borgmann will weg von der Sorge, dass das Internet ein "gefräßiger Drache ist, der uns schwächt". Seine Antwort darauf ist eine doppelte: Zum einen Fachkompetenz und Glaubwürdigkeit der Verkäufer, die auf den Informationsstand der Kunden eingehen müssen; zum anderen eine höhere Aufenthaltsqualität der Geschäfte. "Die Jammerei von manchen meiner Kollegen über das Internet kann ich nicht mehr hören", sagt er, "wir Händler müssen etwas tun. Wenn ich 30 Jahre lang an meinem Laden nichts getan habe, dann muss ich mich nicht wundern, dass meine Kunden mit mir alt werden und keine jungen nachkommen." Kunden seien besser informiert als früher, auch durch das Internet, sagt Borgmann - aber diese Informationen seien wertvoll und Grundlage für das Gespräch mit den Verkäufern. Die Anforderungen an diese steigen, betont Borgmann: Neben Fachkompetenz spiele zunehmend auch Begeisterung und Glaubwürdigkeit eine Rolle. Borgmann hat aus all dem die Konsequenz gezogen und wird 300 000 Euro in die Geschäftsräume von Intersport Borgmann investieren. 100 000 Euro davon gehen in ein völlig neues Lichtkonzept, 30 000 Euro in neue Heizungstechnik, berichtet der Unternehmer. Er sei "baff" gewesen, wie viel Energiekosten er dadurch spart: Allein im Bereich Licht seien es 40 Prozent, bei der 20 Jahre alten Heiztechnik 50 Prozent. Zudem sei die Luft im Laden durch die optimierte Heizung besser und das Licht im Geschäft präzise auf die Warenzonen abgestimmt: Warmes Licht für brillante Farben in den Textilbereichen, etwas kälteres LED-Licht bei Fitnessgeräten zum Beispiel.

Da es sich um "systemische Veränderungen" handelt, bekommt Borgmann auch noch Zuschüsse vom Staat, der zurzeit Investitionen in energiesparende Technik kräftig fördert. Da Borgmann am Ende mehr als 35 Prozent an Energie einspart, bekommt er ein Drittel der Investitionskosten für Licht und Heizung als Bundeszuschuss. Borgmann wirbt um Nachahmer: "Nur attraktive Geschäfte sorgen für eine attraktive Innenstadt." Das Ganze sei nicht kompliziert: Den Anfang macht demnach ein vereidigter "Energieeffizienzlotse" der IHK, der das Geschäft analysiert.

Borgmann investiert auch in die Umstrukturierung seines Geschäfts. Im ersten Stock soll eine helle Launch-Zone mit großzügigem Ausblick auf die Straße, mit der Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken oder auch ins Internet zu gehen, entstehen. "Die Aufenthaltsqualität soll besser werden", sagt Borgmann. Er will auch noch stärker als bisher auf Frauen als Kunden eingehen: "Noch vor 20 Jahren waren 70 Prozent unserer Kunden Männer und 30 Prozent Frauen; heute sind es 60 Prozent Frauen und 40 Prozent Männer."

Quelle: RP
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