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Krefeld
CDU: Oellers gewinnt nur knapp gegen Tönisvorster Louy

Krefeld: CDU: Oellers gewinnt nur knapp gegen Tönisvorster Louy
Am Ende setzte sich Britta Oellers knapp gegen den Tönisvorster Kandidaten Dirk Louy (l.) und deutlich gegen den Krefelder Peter Kaiser durch. Die CDU-Mitgliederversammlung fand im Foyer des Horkesgath-Gymnasiums statt. FOTO: T.L.
Krefeld. Am Ende ist es in der CDU überraschend knapp für die Krefelder Kandidatin Britta Oellers geworden: Sie hat sich im innerparteilichen Wahlkampf um die Landtagskandidatur für den Wahlkreis 47 (der Krefeld West, Mitte, Süd und Fischeln sowie Tönisvorst umfasst) in der Stichwahl mit 106 zu 104 Stimmen gegen den Tönisvorster Kandidaten Dirk Louy durchgesetzt. Von Jens Voss

Louy hat damit rund 30 Stimmen aus dem Lager der Krefelder CDU-Mitglieder für sich gewinnen können. Mit Oellers hat sich auch die Kandidatin durchgesetzt, die der Krefelder Kreisvorstand empfohlen hatte. Auf den dritten Kandidaten, den Krefelder CDU-Politiker Peter Kaiser, entfielen im ersten Wahlgang 22 Stimmen. Da im ersten Wahlgang keiner der drei Kandidaten die absolute Mehrheit hatte - auf Oellers entfielen 96 Stimmen, auf Louy 94 -, war eine Stichwahl zwischen Oellers und Louy nötig geworden. Zu der Versammlung waren 212 wahlberechtigte CDU-Mitglieder gekommen, gut 130 davon aus Krefeld (bei insgesamt 450 CDU-Mitgliedern) und rund 80 aus Tönisvorst (bei insgesamt 230 Parteimitgliedern).

Offenbar hat Louy es geschafft, etliche Stimmen aus dem Kaiser-Lager für sich zu gewinnen: Beide hatten ähnliche Schwerpunkte gesetzt, nämlich sogenannte "harte" Themen wie Umwelt- und Wirtschaftspolitik; beide hatten auch auf ihre Landtagserfahrungen verwiesen - Kaiser war von 2005 bis 2010 Landtagskandidat; Louy ist Umweltreferent in der CDU-Landtagsfraktion. Oellers hatte demgegenüber eher "weiche" Themen betont: Soziales, Integration, Schul- und Kita-Politik. Ihren Mangel an landespolitischer Erfahrung räumte sie ein, konterte dies aber mit dem Hinweis auf ihre Bürgernähe: "Ich kenne die Anliegen der Bürger in meinem Wahlkreis und weiß, was sie bewegt."

Louy hat demgegenüber die griffigsten landespolitischen Attacken auf die rot-grüne Landesregierung gefahren; viermal bekam er dafür Zwischenapplaus. Oellers kam mit ihrer um Authentizität als Mutter und Kommunalpolitikerin bemühten Rede auf neunmaligen Zwischenapplaus. Bemerkenswert war die positive Reaktion darauf, dass sie ihrem Lebengefährten für die Unterstützung dankte, und ihr Plädoyer für das dreigliedrige Schulsystem. Sie kritisierte insbesondere die Abschaffung der Hauptschulen: Ihr Satz "Wenn es den Schwachen nicht gut geht, leiden auch die Guten darunter", erhielt besonders viel Zustimmung. Dennoch war die eigentliche Überraschung des Abends das gute Abschneiden von Louy.

Zum Abschluss schwenkte Oellers von Wahlkampf auf Gemeinsamkeit über: Sie bedankte sich bei ihren Mitbewerbern - auch bei Simone Roemer, die ihre Kandidatur zurückgezogen hatte - für den fairen Umgang und bat um Unterstützung im Wahlkampf. "Ich bin ja noch nicht drin", meinte sie unter Anspielung auf den Landtag, "und dafür müssen wir alle kämpfen." Das knappe Ergebnis kommentierte sie mit Humor: Auch Adenauer sei nur mit einer Stimme Vorsprung zum Kanzler gewählt worden - "Kanzlerin will ich nicht werden, Landtag reicht", sagt sie unter Applaus und Gelächter.

Heute fällt die für die Krefelder CDU bedeutsame Entscheidung, ob Parteichef und Ratsherr Marc Blondin oder der CDU-Ratsherr Michael Zecha Landtagskandidat für den Wahlkreis 48 werden. Sollte Blondin es nicht schaffen, gilt sein Amt als Parteichef als gefährdet.

Quelle: RP
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