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Krefeld
Dach, Ampel, Schilder: Haltestelle am Ostwall bleibt Dauerbaustelle

Krefeld: Dach, Ampel, Schilder: Haltestelle am Ostwall bleibt Dauerbaustelle
Drei Glasplatten am Dach sind defekt, die Ampelschaltung verärgert die Bürger, die Geschwindigkeitsschilder sind nicht ausgetauscht: Die Bezirksvertretung Mitte will sich mit den Problemen in der nächsten Sitzung beschäftigen. FOTO: TL
Krefeld. Bürger beklagen mangelnde Sicherheit. Politik fordert Stellungnahmen von Verwaltung und SWK. Von Joachim Niessen

Die Diskussion um Ampelschaltung und Geschwindigkeitsreduzierung an der neuen Haltestelle am Ostwall nimmt immer skurrilere Züge an: Nachdem sich über Jahre Experten, Fachausschüsse und der Stadtrat in stetigem Wechsel mit dem millionenteuren Bauwerk befasst haben, geht es jetzt an den politischen Ursprung zurück: Die Bezirksvertretung Mitte wird sich - auf Antrag der CDU - in ihrer nächsten Sitzung mit dem thematischen Dauerbrenner beschäftigen. Verwaltung und Stadtwerke sollen Lösungen vorstellen, dass Fußgänger den Kreuzungsbereich Ostwall/Rheinstraße "in einem Zug" überqueren können.

Werner Gottschalk, CDU-Vorsitzender in Mitte, bringt das Problem auf den Punkt: "Die Krefelder Bürger ärgern sich, dass sie auf der Mittelinsel stehen bleiben müssen, sofern sie nicht einfach bei ,Rot' das andere Teilstück überqueren. Es ergeben sich täglich gefährliche Situationen, wenn Fußgänger bei ,Rot' zwischen Gleisen und Fahrbahnrand stehen bleiben und sie damit zwischen Bahn und vorbeifahrenden Bussen eingepfercht sind." Über die aktuelle Stimmung informierte sich die CDU vor Ort und führte samstags zwischen 11 bis 13 Uhr eine Befragung durch. Von den rund 150 Teilnehmern sind 90 Prozent mit der jetzigen Querungssituation unzufrieden, vor allem die "fehlende Sicherheit" wurde bemängelt. "Die CDU folgt dem eindeutigen Bürgerwillen und unterstützt deshalb die Forderung, die Querung an der Kreuzung Rheinstraße/Ostwall für Fußgänger sicherer zu machen", so Gottschalk.

Doch nicht nur die Situation an der Ampelanlage beschäftigt Verwaltung und SWK. Auch das Glasdach der Ostwall-Haltestelle macht Probleme. Möglicherweise hat die Konstruktion gravierende Mängel: Drei Scheiben haben einen Querriss an der Oberseite, die Ursache ist noch unbekannt. Die Tatsache, dass die Defekte stets an der gleichen Stelle sind, lässt darauf schließen, dass die Konstruktion Spannungen erzeugt, die das Glas nicht aushält. Die defekten Scheiben bleiben laut Stadt zunächst in der Dachfläche, um den Regenschutz für die Fahrgäste beizubehalten. Allerdings: Ein Modul fehlt komplett und wird kurzfristig nicht ersetzt. Dass die Stadt derzeit keine unmittelbare Lösung für diese Schwierigkeiten hat, musste Planungsdezernent Martin Linne in der jüngsten Ratssitzung einräumen. Ob und wann eine ordnungsgemäße Abnahme der Dauer-Baustelle erfolgt, konnte er nicht sagen. Einziger Trost: Die zusätzlichen Kosten muss daher noch der Hersteller tragen.

Ein reines Verwaltungsproblem ist der versprochene - jedoch ebenfalls nicht durchgeführte - Austausch der Tempo-10-Schilder im Haltestellenbereich. Bei einer "gemeinsamen Verkehrsschau" hatten Polizei und Verwaltung beschlossen, das 60 Zentimeter große Tempo-10-Schild durch einen 15 Zentimeter größeren Bruder zu ersetzen sowie ein Tempo-10-Piktogramm auf die Fahrbahn zu malen. Autofahrer, die alles richtig gemacht haben, sollen abschließend von einem Smiley einer Geschwindigkeitsmessanlage angelächelt werden. Auch dieses freundliche Gerät (Kosten: 3000 bis 4000 Euro) muss die Stadt allerdings noch anschaffen. Und selbst hier gibt es noch Schulungsbedarf: "Busse und Bahnen haben die vorgegebene Geschwindigkeit ebenfalls einzuhalten", sagt die Polizei. "Tun sie aber nicht", weiß CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld. Deshalb soll die Verwaltung mit den Verkehrsbetrieben Kontakt aufnehmen. - Aber das könnte ja in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte geschehen.

Quelle: RP
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