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Krefeld
"Die Unberechenbarkeit des Lichts"

Krefeld. Der Erkrather Künstler Wolfgang Vetten stellt aktuelle Arbeiten in der Galerie Fellner von Feldegg aus. Von Mojo Mendiola

In den traumhaft schönen Jugendstil-Räumen der Galerie Marie-Luise Fellner von Feldegg gastiert zur Zeit der in Erkrath lebende Künstler Wolfgang Vetten mit seiner Ausstellung "Die Unberechenbarkeit des Lichts", die ihn aber nicht ausschließlich als Lichtkünstler zeigt, sondern auf mehreren Feldern seines Schaffens.

So sind einige seiner Schichtaquarelle zu sehen, für die er jeweils ein Tuch mit einer einzigen Farbe tränkt und damit dann auf Bütten arbeitet, wobei sich eine leicht wolkige Struktur in ansonsten monochromer Fläche ergibt, in der sie zart wie Algenschleier in stehendem Gewässer verharrt.

Rhythmus, nicht zuletzt der Rhythmus von Worten, und von diesen in ihrer Schriftform, steht am Beginn der Linien, die ein weiteres Arbeitsgebiet Vettens ausmachen. "Gesprochenen Worte haben ihren eigenen Rhythmus, und auch bei der Schreibbewegung der Hand entsteht Rhythmus", erläutert er und verdeutlicht mit Gesten, wie bei ihm aus diesem Rhythmus Bild wird. Mal bleiben Buchstaben, Worte, Zeilen erkennbar in den Zeichen, die er mit unterschiedlichen Techniken auf unterschiedliche Untergründe bringt, mal entwickelt sich die Abstraktion so weit, dass sich die Ursprünge des Linienspiels nur dem Eingeweihten erschließen.

Besonders reizvoll sind die Arbeiten, die als Drucke auf durchsichtiger Folie entstanden, in der Galerie frei vor dem Weiß der Wand hängen und mit dem Licht im Raum korrespondieren. Wie mit fernöstlichem Tuschpinsel in den Farbtönen getrockneten Schilfs aufgemalt, wirken diese, ebenfalls aus Buchstaben entstandenen Zeichen wie pflanzliche Teile und vermitteln eine meditativ konzentrierte Form von Lebendigkeit. Ganze Tage und Abende des Betrachters beansprucht eigentlich die Arbeit auf Fensterglas im Wintergarten: Kalligraphisch akkurat in Rügener Kreide ausgeführte Zeilen, denen - wie vielen von Vettens Schriftbildern - ein lyrischer Text von Klaus Hütt zugrunde liegt. Mit den sich wandelnden Lichtverhältnissen des Tages verändert sich auch die farbliche Anmutung der Zeichen auf dem Fensterglas, und darüber hinaus verändern die Licht- und Schattenspuren, die vom Fenster her in den Raum geworfen werden, ihren Charakter.

Der Künstler gab in der gut besuchten Galerie zusätzlich Einblick in seine Arbeit mit bewegten Bildern, und auch sein Sohn, der Fotograf Daniel Schumann, war zugegen und zeigte ein Video, in dem er zentrale Vorgänge des Fotografierens wie den Verschluss oder Begriffe, etwa den "Schuss", neu visualisiert hatte.

Quelle: RP
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