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Krefeld
Fichte und Arndt: Liberale halten Kooperation für eine Mogelpackung

Krefeld. Die Freien Demokraten halten die Suche nach einem neuen Namen für die ihrer Auffassung nach "quasi-fusionierten Gymnasien" für eine Posse. Von Norbert Stirken

Das neue Konzept für die schwächelnden Gymnasien Fichte und Arndt überzeugt die Freien Demokraten in Krefeld nicht. Das Wort Mogelpackung macht in der Ratsfraktion die Runde. Seriöse Schulpolitik könne nach Auffassung der Liberalen nicht nach dem Prinzip funktionieren, schwach plus schwach gleich stark. Das Fichte-Gymnasium verzeichnete nur 40 Anmeldungen - zu wenig, um fortbestehen zu dürfen. Am Arndt-Gymnasium waren es 57 - knapp mehr als notwendig.

Die FDP spart nicht mit Kritik: "Wenn schlechte Anmeldezahlen Fakt sind und das Schulrecht eine Fusion nicht vorsieht, fragen wir uns, ob die postulierte Zusammenarbeit nicht eine Mogelpackung ist", erklärt Alexander Schmitz, Sprecher der FDP im Schulausschuss. Gebäudewirtschaftlich seien die Planungen unter Berücksichtigung der Haushaltslage und fehlender Mittel zur Instandhaltung der Schulen fragwürdig. Es werde ein Konzept präsentiert, das die Nutzung von zwei Gymnasien vorsehe, obwohl nach den Schülerzahlen eines ausreichen dürfte, erklärte Schmitz.

Die Liberalen fragen sich, ob es sinnvoll sei, zwei Gebäude der zukünftigen fusionierten Schule zu unterhalten, auch aufgrund der geographischen Nähe beider Standorte. "Wir sind der Auffassung, dass es wirtschaftlicher ist, nur das Gebäude des Fichte-Gymnasiums zu nutzen, da ein Gebäudetrakt unter Denkmalschutz steht und über die bessere Ausstattung verfügt. Ist es überhaupt sinnvoll, alle Schulgebäude auslaufender Schulen als solche zu belassen", sagte Schmitz.

Die FDP-Fraktion fordert daher die Verwaltung auf, eine Schulentwicklungsplanung hinsichtlich aller Krefelder Schulgebäude zu erstellen, unabhängig von der Sekundarstufe. Nur so könne ein künftiger Bedarf festgestellt werden. "Auch ist fraglich, ob andere Innenstadtgymnasien zukünftig in der jetzigen Form bestehen bleiben können. Auch diese kratzen am "Existenzminimum". Dies sollte die Verwaltung gut im Blick haben bei zukünftigen Planungen."

Als Posse bezeichnet die FDP die Suche nach einem neuen Namen für die beiden Innenstadtgymnasien: "Auf der einen Seite wird die Tradition des Fichte-Gymnasiums beschworen, um die Beibehaltung des Standortes zu rechtfertigen. Auf der anderen Seite wünscht man einen Namen, der weder Fichte noch Arndt lauten soll. Der Verdacht liegt nahe, dass man sich in Wirklichkeit vermeintlich belasteter Namen entledigen will. Wir sind gespannt, wann der Namen des Moltke-Gymnasiums ins Visier gerät."

Quelle: RP
 
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