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Strukturen
Fünf Bürgervereine in einem konstruierten Stadtteil

Krefeld. Wenn gebürtige Krefelder vom Stadtteil Cracau lesen, reiben sie sich verwundert die Augen. Aus den Mündern von Bewohnern des weiten Bereichs zwischen Ostwall, Moerser Straße, Jentgesallee/Grenzstraße und Eisenbahntrasse wird jedenfalls niemand je gehört haben, dass sie in Cracau wohnen.

Dennoch gibt es diesen Stadtteil - wenn auch nur amtlicherseits, nachdem irgendjemand vor Jahrzehnten dieses statistische Gebiet "erfunden" und nach der vor 340 Jahren geschleiften Burg Cracau benannt hat. In diesem willkürlich festgelegten Cracau befinden sich drei gewachsenen Quartiere - Kronprinzenviertel, das nördliche Dießem und das Bismarckviertel - die auch von gleichnamigen Bürgervereinen vertreten werden. Darüber hinaus gibt es in Cracau die Bürgervereine Krefeld-Ost und Schinkenplatz.

Rund 22.000 Bewohner in gut 12.500 Hauhalten sowie sieben Kitas, drei Grundschulen und ein Gymnasium schreibt die Stadtverwaltung dem amtlich 252 Hektar großen Stadtteil zu. Dem Konstrukt Cracau geschuldet, unterscheiden sich die Quartiere erheblich: Kronprinzenvierel und Dießem weisen neben fantasielosen Nachkriegsbauten vielerorts sehr gepflegte, teils aber auch vernachlässigte typische Krefelder Drei- und Vierfensterhäuser vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Im Kontrast dazu stehen im Bismarckviertel villenartige Häuser aus gleicher Zeit (beispielsweise an Hohenzollern-, Bismarckstraße und Bismarckplatz) sowie moderne Ein- und Zweifamilienhäuser.

(lez)
 
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