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Kr Wie Krefeld
Gregor Kathstede ist zurück

Krefeld. Krefeld ist um zwei Attraktionen reicher: das neue KWM und ein Gespenst im Rathaus.

Fangen wir mit dem Gespenst an. In der jüngsten Debatte um Probleme im Ausländeramt hat SPD-Fraktionschef Benedikt Winzen auf die am Niederrhein stets wichtige Frage, wer es "en Schuld" sei, eine interessante Antwort gefunden: Kathstede war's! Die Reflexe aus alten Wahlkampfzeiten sind also noch intakt. Was der "Fast Kopflose Nick" als Hausgeist von Hogwarts für Harry Potter war, wird wohl Kathstede als Gespenst Gregor noch eine Weile für die SPD sein. Man darf gespannt sein, wann sie Kathstede aus diesem Dienst entlässt.

Aktuell führt die Stadt die Personalprobleme im Ausländeramt auf urlaubs- und krankheitsbedingte Ausfälle zurück. Nun ist nicht bekannt, dass Kathstede die Urlaube genehmigt und dann für Ansteckung der verbliebenen Mitarbeiter gesorgt hat. Das ist dann wohl doch erst kurzfristig passiert, und es soll ja jetzt auch kurzfristig für Abhilfe gesorgt werden. Nein, Kathstede war es nicht. Die Verwaltung hat schlicht erst auf öffentlichen Druck reagiert. Dafür noch mal den Wahlkampfschlager Kathstede zu singen, ist schon ein wenig unverfroren.

Dabei hätte Frank Meyer solche Manöver nicht nötig. Er hat mit seinen Redebeiträgen am Donnerstag Abend und gestern zur Eröffnung des KWM sicheres Gespür für das richtige Wort zur richtigen Zeit bewiesen. Es gibt durchaus Stimmen in der Bürgerschaft, die die Investition von 17,7 Millionen Euro in das KWM als überzogen kritisieren. Meyers Tonalität solchen Vorbehalten gegenüber war nicht die Spur belehrend, sondern werbend und einladend: ein Bürgermuseum; ein Schatz; ein schöner, ein wundervoller Ort der Begegnung und der Freude.

Und Meyer hat Recht: Ein Gemeinwesen braucht auch solche Kristallisationspunkte, in denen man ganz neu staunen, neu denken, neu fühlen kann; eine Bürgerschaft braucht auch Räume der Reflexion und der Auszeit vom Einerlei der Tagesmühe; Zonen, in denen man neben sich stehen und zur Besinnung im besten Sinne des Wortes kommen kann: nämlich nachsinnen über sich und die Welt.

Krefeld hat im KWM einen solchen Raum gewonnen. Ein großer Tag für die Stadt. Jens Voss

Quelle: RP
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